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Russland ehrt Stalin

Kurz vor dem 65. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai nimmt die Verehrung des einstigen Diktators bizarre Züge an: In St. Petersburg fährt gar ein Bus mit Stalins Porträt durch die Strassen.

Löste Proteste aus: Bus mit Stalin-Porträt in St. Petersburg am Mittwoch.
Löste Proteste aus: Bus mit Stalin-Porträt in St. Petersburg am Mittwoch.

Seit Mittwoch fährt in der zweitgrössten russischen Stadt St. Petersburg ein Linienbus mit seinem Konterfei über die Prachtstrasse Newskij Prospekt. Allerdings wurde der Bus am Mittwoch von Unbekannten mit Farbbeuteln massiv beschädigt. Bus-Organisator Viktor Loginow nannte die Aktion «plumpen Vandalismus» und kündigte nach Angaben der Agentur Interfax eine Wiederherstellung des Stalin- Porträts an.

Loginow hatte gesagt, mit der privat finanzierten Aktion solle die «Schlüsselrolle» Stalins im Zweiten Weltkrieg hervorgehoben werden. Menschenrechtler protestierten und sprachen von einer «nationalen Schande».

Stalin-Plakate in der ganzen Stadt

Die Kommunisten kündigten nach laut Interfax an, 300 Stalin- Plakate im Zentrum der Touristenhochburg zu kleben. In Moskau werden 15 grossflächige Poster des Diktators in Museen sowie Kunst- und Konzertsälen aufgehängt.

In der Ukraine wurde zu den Klängen der sowjetischen Hymne erstmals seit der Unabhängigkeit 1991 ein Denkmal für Stalin (1879- 1953) enthüllt, wie Medien berichteten.

An einer Zeremonie in Saporoschje im Südosten des Landes nahmen etwa 1000 Menschen teil. Die drei Meter hohe Statue wurde auf dem Gelände der Kommunistischen Partei aufgestellt. Eine Protestveranstaltung von Stalin-Gegnern war von den Behörden verboten worden. Während der Feier starb eine ältere Zuschauerin an einem Herzinfarkt, wie ein Sprecher der Kommunisten sagte.

Im sibirischen Jakutsk wollen Stalin-Anhänger an diesem Samstag eine 3,50 Meter hohe Büste des Diktators aufstellen. Rund um Jakutsk hatte Stalin hunderte Straflager (Gulag) errichten lassen. Kremlchef Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin hatten den Sowjetführer als «Verbrecher» bezeichnet.

SDA/oku

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