Vor 50 Jahren startete die Concorde zum ersten Testflug

Warum wurde der Überschalljet eingestellt? Sieben Antworten zum Jubiläum des einst schnellsten Passagierflugzeugs der Welt.

Schnell, aber teuer: Vor 50 Jahren startete das Überschallflugzeug Concorde. Video: Tamedia

Am 2. März 1969 hob erstmals der «Prototyp 001» der Concorde in Toulouse im Südwesten Frankreichs zum Testflug ab. Die Maschine mit der absenkbaren Nase wurde gemeinsam von dem französischen Airbus-Vorgänger Sud-Aviation und der British Aircraft Corporation - heute BAE Systems - entwickelt. Die Concorde war nicht das erste Überschallflugzeug für Passagiere: Russland war bereits 1968 mit der Tupolev 144 an den Start gegangen. Sieben Fragen zum Jubiläum.

Wann war der erste kommerzielle Start?

Sieben Jahre später, am 21. Januar 1976. Die Jungfernflüge der Luftfahrtgesellschaften Air France und British Airways verbanden Paris mit Rio de Janeiro und London mit Bahrein.

Mit welcher Geschwindigkeit flog die Concorde?

Die Maschine mit den dreieckigen Tragflächen flog mit mehr als zweifacher Schallgeschwindigkeit und erreichte 2500 Stundenkilometer. Die Concorde bot Platz für rund hundert Passagiere, die New York von Paris oder London aus in dreieinhalb Stunden erreichten - nicht einmal halb so viel wie die aktuelle Flugzeit von rund acht Stunden.

Wieviel Kerosin verbrauchte die Concorde?

Das Überschallflugzeug wurde vor der Ölkrise konzipiert und verbrauchte extrem viel Kerosin: Die vier Triebwerke schluckten pro Passagier zwischen 14 und 17 Liter pro 100 Kilometer - vier Mal so viel wie ein heutiges Linienflugzeug, das im Schnitt auf vier Liter auf 100 Kilometer kommt

Wie laut war die Concorde?

Beim Start einer Concorde wurden 119,4 Dezibel gemessen - das kommt einem Donnerschlag gleich. Ab 110 Dezibel ist für den Menschen die Schmerzgrenze erreicht, etwa durch Kreissägen und Presslufthämmer.

Wie teuer war die Concorde?

Passagiere mussten für einen Hin- und Rückflug von Paris nach New York zuletzt 8100 Euro berappen. Die Gesamtkosten für den Betrieb durch Air France und British Airways wurden nie genau beziffert - es wird aber von bis zu zehn Milliarden Euro ausgegangen, eine astronomische Summe.

Warum wurde die Concorde eingestellt?

Am 25. Juli 2000 stürzte eine Concorde wenige Minuten nach ihrem Start in Paris ab. Insgesamt 113 Menschen kamen ums Leben, darunter 97 Deutsche. Die Maschine explodierte, nachdem sie beim Start über ein Metallteil raste, das eine Maschine der US-Gesellschaft Continental verloren hatte.

Die Katastrophe läutete das Ende der Concorde ein: Am 31. Mai 2003 absolvierte Air France letztmals einen Flug, am 24. Oktober desselben Jahres British Airways. Heute sind die Maschinen unter anderem im Technik-Museum im baden-württembergischen Sinsheim sowie in Paris und Toulouse zu sehen.

Wird es ein neues Überschallflugzeug geben?

Vor allem in den USA wird an einem Concorde-Nachfolger geforscht: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa arbeitet zusammen mit dem Rüstungskonzern Lockheed Martin an einem «X-Plane», das vergleichsweise leise sein soll. Der Testflug ist für 2021 geplant. Der private Flugzeugbauer Boom Supersonic entwickelt eine ähnlichen Maschine, die 2023 an den Start gehen soll. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich für die Entwicklung eines neuen zivilen Überschallflugzeugs ausgesprochen.

jd/AFP

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