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Jeder Vierte bricht das Studium ab

Mehr als 25 Prozent der Studierenden schliessen ihr Studium nicht ab. Laut einer Studie könnte die Abbruchquote durch eine bessere Prüfung der Leistungsfähigkeit im Vorfeld stark gesenkt werden.

Studierende aus Kantonen mit hohen Maturitätsquoten brechen ihr Studium häufiger ab: Studenten an der Universität Lugano.
Studierende aus Kantonen mit hohen Maturitätsquoten brechen ihr Studium häufiger ab: Studenten an der Universität Lugano.
Keystone

Über ein Viertel der Studentinnen und Studenten hat in den letzten Jahren sein Studium abgebrochen. Einfluss darauf, ob jemand sein Studium erfolgreich abschliesst, hat laut einer Studie auch die kantonale Maturitätsquote: Ist diese tief, ist auch das Abbruchrisiko geringer.

Studierende aus Kantonen mit hohen Maturitätsquoten brechen ihr Studium häufiger ab als solche aus Kantonen mit tiefen Maturitätsquoten, wie eine heute veröffentlichte Studie der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) zeigt.Für die Studie wurden die Daten aller Studierenden ausgewertet, die zwischen 1975 und 2011 an einer Schweizer Universität eingeschrieben waren.

Ein Kanton, der im Vergleich zum Durchschnittskanton zehn zusätzliche Maturanden an die Universität sendet, kommt demnach lediglich zu sechs zusätzlichen Universitätsabsolventen.

Der Einfluss der kantonalen Maturitätsquote auf das individuelle Abbruchrisiko sei nicht erstaunlich, heisst es in der Studie. Schliesslich liessen sich die kantonalen Unterschiede in den Maturitätsquoten nicht dadurch erklären, dass die Schüler und Schülerinnen in manchen Kantonen bessere Leistungen zeigten.

Bessere Vorbereitung auf Studium gefordert

Die Studienautoren schliessen aus diesem Befund, dass ein Teil des Abbruchrisikos dadurch erklärt werden kann, wie hoch die akademische Leistungsfähigkeit vor Studienbeginn ist. Somit könnte ein Teil der Abbrüche bei einer besseren Vorbereitung auf das Studium vermieden werden, schreiben sie.

Dies wäre aus Sicht der Autoren notwendig: Bei der im internationalen Vergleich tiefen Maturitätsquote und der grossen Nachfrage nach akademischem Nachwuchs sei jeder vermeidbare Studienabbruch einer zu viel.

Rückläufiger Trend

Der Anteil der Studierenden, die ihr Studium abbrachen, hat seit den 1970er-Jahren abgenommen. Grund dafür ist in erster Linie, dass Frauen ihr Studium häufiger abschliessen: Ihre Abbruchquote sank von 45,9 Prozent im Jahr 1975 auf 28,8 Prozent im Jahr 2001. Eine Erklärung für diese Entwicklung liefert die Studie nicht. Insgesamt verbesserte sich die Quote von 40,2 Prozent auf 30,2 Prozent.

Der Trend setzte sich auch nach der Bologna-Reform fort. Für eine abschliessende Beurteilung der Reformeffekte sei es noch zu früh, heisst es in der Studie. Für die in der Analyse berücksichtigten Fächer könne jedoch gesagt werden, dass die Bologna-Reform keinen dämpfenden Effekt auf die Abbruchquoten habe.

Hohe Abbruchquote zu Beginn

Wie die Studie weiter zeigt, wird das Studium häufig relativ früh abgebrochen: Bei jedem zweiten der abbrechenden Studierenden erfolgt der definitive Abbruch vor oder bei der Hälfte der Regelstudienzeit. Die Abbrüche treten zudem gehäuft am Ende eines Studienjahres auf.

Das weise darauf hin, dass ein Grossteil der Studienabbrüche «nicht ganz freiwillig» erfolge, schreiben die Autoren. Die hohe Abbruchquote in den ersten vier Semestern sei ein schlechtes Zeichen bezüglich der Studienmotivation und -vorbereitung eines Teils der Studierenden.

Ein rund doppelt so hohes Abbruchrisiko weisen Studierende auf, die ihr Studienfach im Laufe des Studiums wechseln. Die Autoren orten hier noch Forschungslücken: Die Studienfachwahl und das Studienverhalten der Studierenden müssten besser untersucht werden, um herauszufinden, welche Studienabbrüche sich mit welchen Massnahmen vermeiden liessen.

(SDA)

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