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«Einsatz des Serums für Afrika wäre voreilig»

Die Bevölkerung in Westafrika hofft wegen der Ebola-Epidemie auf westliche Hilfe und das Medikament ZMapp. Barack Obama dämpfte nun die Erwartungen. Derweil wurde in Liberia der Notstand verhängt.

121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
Keystone
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Pascal Guyot, AFP
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
AFP
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Der westafrikanische Staat Liberia hat wegen der Ebola-Epidemie den Notstand ausgerufen. Die Sicherheit des Landes sei ernsthaft in Gefahr, erklärte gestern Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf. Der Ausnahmezustand soll für vorerst 90 Tage anhalten.

Die Regierung könne - wenn die Lage dies erfordere - auch Rechte ausser Kraft setzen, erklärte die Präsidentin. Ihr Dekret soll im Laufe des Tages dem Parlament vorgelegt werden. Zudem wurde in Liberia eine Klinik geschlossen, weil sich mehrere Mitarbeiter mit dem Erreger infiziert hatten. Zuvor hatte bereits Sierra Leone den Notstand ausgerufen.

US-Präsident Barack Obama dämpfte derweil Hoffnungen in Westafrika auf ein experimentelles Serum gegen die Ebola-Epidemie: Der Einsatz des Serums in Afrika wäre «voreilig», es gebe noch keine ausreichenden Informationen über seine Wirkung, sagte er in Washington. «Wir müssen uns von der Wissenschaft leiten lassen», sagte er weiter.

Wirkung unklar

Angesichts der mittlerweile mehr als 900 Ebola-Toten in Afrika hatte Nigerias Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu am Mittwoch erklärt, er sei in Kontakt mit den US-Behörden, um über eine mögliche Lieferung des Serums ZMapp zu beraten. Das Mittel ist bislang nur an Tieren getestet worden.

Zwei US-Bürger, die sich in Liberia mit Ebola angesteckt hatten, waren in den USA dennoch mit ZMapp behandelt worden. Ihr Gesundheitszustand hatte sich verbessert. Allerdings ist noch nicht geklärt, ob für ihren Genesungsprozess wirklich das Serum verantwortlich ist.

Statt auf das Mittel zu setzen, müssten die Gesundheitsbehörden in Westafrika die Ausbreitung der Epidemie wirksamer bekämpfen, sagte Obama weiter. Die Gesundheitssysteme seien nicht in der Lage gewesen, die Ebola-Fälle rechtzeitig zu identifizieren und schnell genug zu isolieren, deswegen habe sich das Virus ausbreiten können.

Bislang gibt es keine Medikamente zur Behandlung der Krankheit. Führende Ebola-Experten forderten die WHO auf, noch nicht getestete Impfstoffe und Medikamente zuzulassen, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Für kommende Woche hat die WHO einen Rat von Medizin-Ethikern einberufen, um darüber zu beraten.

Diagnoseverfahren zugelassen

Die US-Gesundheitsbehörden genehmigten am Mittwoch die Anwendung eines vom amerikanischen Militär entwickelten Diagnoseverfahrens für Ebola-Infektionen. Der Test soll dabei helfen, die Seuche unter Kontrolle zu bringen. Der Ebola-Test wurde für den Einsatz im Ausland bei Militärs und Helfern zugelassen, teilte die Zulassungsbehörde FDA mit.

Er soll bei Personen angewandt werden, die Ebola-Symptome zeigen oder der Gefahr einer Infektion ausgesetzt waren. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit kann es 21 Tage dauern.

Obama sagte den vier betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea die Hilfe der USA, der europäischen Partner und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Eindämmung der Epidemie zu.

Den am Mittwoch veröffentlichten neuen Zahlen der WHO zufolge erkrankten bis zum 4. August 1711 Menschen an dem Virus, 932 starben daran. Hilfsorganisationen warnen, die Krankheit sei inzwischen ausser Kontrolle geraten.

SDA/mrs

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