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Erst an Affen erprobter Impfstoff für Ebola-Opfer

Kanada stellt für die WHO ein experimentelles Ebola-Arzneimittel bereit. Damit werden in Afrika zuerst Ärzte und Pflegepersonal behandelt. Dieser Wirkstoff wurde noch nie an Menschen getestet.

121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
121 Ebola-Opfer an einem Tag: Das Hastings Ebola Notfallzentrum ausserhalb von Freetown, Sierra Leone. (6. Oktober 2014)
Keystone
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Werden von Patienten überrannt: Ein US-Soldat grenzt mit Stacheldraht das Grundstück einer neuen Krankenstation ab.
Pascal Guyot, AFP
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
Gesundheitstest am Flughafen von Conakry, Guinea. (22. Juli 2014)
AFP
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Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika stellt Kanada der Weltgesundheitsorganisation WHO einen Impfstoff zur Verfügung, der noch in der Erprobungsphase ist. Dabei gehe es um 800 bis 1000 Dosen des in staatlichen Laboren entwickelten Arzneimittels, sagte Gesundheitsministerin Rona Amborse am Dienstag.

Es sei bereits erfolgreich an Affen getestet worden, aber noch nie an Menschen, sagte ein Sprecher der kanadischen Gesundheitsbehörde. Die ersten Dosen würden wahrscheinlich Ärzten und Pflegepersonal verabreicht werden. In vier bis sechs Monaten könne eine grössere Menge des Mittels hergestellt werden.

Für WHO ethisch vertretbar

Die WHO hatte sich zuvor für den Einsatz kaum erprobter Wirkstoffe zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie ausgesprochen. Es sei unter bestimmten Voraussetzungen ethisch vertretbar, auf solche Medikamente oder Impfstoffe im Kampf gegen die tödliche Seuche zurückzugreifen, erklärte die WHO am Dienstag in Genf.

Sie hatte Beratungen zu dieser Frage angesetzt, nachdem zwei amerikanische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen mit einem experimentellen Test-Serum der kleinen kalifornischen Biotech-Firma Mapp Biopharmaceutical behandelt wurden. Sie hatten sich in Liberia angesteckt.

Der aktuelle Ebola-Ausbruch ist der bislang schwerste der Geschichte. Die WHO hat bereits den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Inzwischen stieg die Zahl der Todesopfer in Westafrika auf mindestens 1013.

Das Virus führt in 60 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. Ein zugelassenes Heilmittel gibt es bislang noch nicht. Und bis heute gibt es nur nicht erprobte Ebola-Medikamente oder -Impfstoffe. Sie gelten jedoch als vielversprechend.

Auch Sierra Leone will Medikament

Auch Sierra Leone will eine Lieferung mit experimentellen Wirkstoffen anfordern. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte am Dienstag, es sei ein Schreiben an Mapp Biopharmaceutical mit der Bitte um das Mittel ZMapp verfasst worden. Die WHO unterstütze die Forderung der Regierung, die Arznei neben Liberia auch Sierra Leone zur Verfügung zu stellen, sagte der Sprecher Sidi Yahya Tunis. «Wir hoffen, dass wir in den kommenden Tagen von dem Hersteller hören.»

Es ist aber unklar, ob Sierra Leone so bald das Serum bekommen kann. Noch vor der Erklärung der WHO hatte der Hersteller erklärt, sämtliche Vorräte bereits nach Westafrika geschickt zu haben. In Folge der Anfrage «eines westafrikanischen Staates» seien die Vorräte erschöpft. Der WHO zufolge wurden drei Dosen an Liberia geschickt.

Sierra Leone ist der derzeit am stärksten von der Epidemie betroffene Staat. Bislang starben dort 315 Menschen an dem Virus.

SDA/chk

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