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Uni Basel entwickelt Pädophilen-Detektor

Eine revolutionäre Erfindung der Universität Basel soll vor Kinderschändern schützen. Eine Maschine, die Sex-Triebe eruiert, weckt allerdings nicht nur in Justizkreisen Unbehagen.

Pädophiler oder Kinderfreund? Ein Mann streichelt ein Mädchen über den Kopf. (Symbolbild)
Pädophiler oder Kinderfreund? Ein Mann streichelt ein Mädchen über den Kopf. (Symbolbild)
Christof Schürpf, Keystone

Mit einem Gehirntest wollen Forscher der Universitären Psychiatrischen Kliniken in Basel Phädophile erkennen. Mittels eines Detektors sollen die sexuellen Triebe von Straftätern gemessen werden.

«Die wissenschaftlichen Resultate sind vielversprechend.»

Marc Graf, Leiter des Forschungsprojekts

Gemäss «SonntagsZeitung» sollen Ende Jahr bereits erste Erkenntnisse vorliegen. Grafs Team und Wissenschaftler der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich, die ebenfalls entsprechende Tests vorbereiten, gehören mit dem Projekt weltweit zu den Pionieren. Das bisher geheimgehaltene Programm wird vom Bundesamt für Justiz mit einer halben Million Franken mitfinanziert.

Weiche Faktoren können verfälscht werden

Heute verlassen sich Psychiater für ihre Gutachten vornehmlich auf die Aussagen der Kinderschänder selbst sowie auf Abklärungen im Umfeld – alles weiche Faktoren, die von Tätern verfälscht werden können. Sollte den Forschern die Entwicklung des Detektors gelingen, wäre das eine Zeitenwende in der Beurteilung von Sexualstraftätern. «Mit dem Test hoffen wir, die Objektivität eines Befundes wesentlich verbessern zu können», sagt Graf.

Das Instrument könnte im Strafvollzug eingesetzt werden, beispiels­weise als Hilfe für Gefängnisdirektoren, die entscheiden, ob ein Kinderschänder Vollzugslockerungen erhält oder nicht. Eine Maschine, die Sex-Triebe eruieren soll, weckt Unbehagen, das wissen auch die Forscher. In Justizkreisen wird bereits heftig diskutiert.

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