«Vitamin C kann sicher nicht schaden»

Die Krankheitsfälle steigen markant an, Fachleute sprechen schon von einer Epidemie. Was man jetzt noch gegen die Grippe tun kann, verrät Hausarzt Beat Rössler.

Wer nicht krank werden will sollte möglichst viel Vitamin C zu sich nehmen.

Wer nicht krank werden will sollte möglichst viel Vitamin C zu sich nehmen. Bild: Fotolia

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Herr Rössler, die Grippe ist im Anzug – früher und heftiger als üblich. Spüren Sie das auch in Ihrer Praxis?
Beat Rössler: Ja, wir verzeichnen deutlich mehr Patienten als sonst. Und die haben meist mittelgradige bis schwere Krankheitssymptome.

Müssen wir diesen Winter also mit einer besonders starken Grippewelle rechnen?
Offensichtlich. Es scheint, als könnte die Grippe diesmal schwerer verlaufen als in den Vorjahren. Ganz vorhersehbar ist die weitere Entwicklung allerdings nicht. Da müssen wir abwarten.

Gibts wenigstens Hinweise darauf, dass die Impfung diesen Winter besser schützt als vor zwei Jahren? Damals erkrankten ja viele Leute, obwohl sie geimpft waren.
Diesmal scheint die Impfung gut zu wirken. Leider hat aber die Impfwilligkeit der Bevölkerung in den letzten Jahren eher abgenommen.

Ist es sinnvoll, sich jetzt noch zu impfen?
Jein. Bis der Impfschutz wirkt, also bis der Organismus Antikörper gebildet hat, dauert es 10 bis 14 Tage. Erst danach profitiert man vom Schutz. Sollte die Grippewelle aber noch länger als zwei Wochen andauern, würde eine Impfung jetzt durchaus noch Sinn machen.

«Leider hat die Impfwilligkeit der Bevölkerung in  den letzten Jahren abgenommen.»

Beat Rössler, Hausarzt und Internist

Was kann man sonst noch tun, um von der Grippe verschont zu bleiben?
Menschenansammlungen meiden, möglichst nicht mit Erkrankten in Kontakt kommen und häufig die Hände mit Seife waschen, um so allfällige Krankheitserreger unschädlich zu machen. Von Vorteil ist natürlich auch ein gesunder Lebensstil.

Vitamin C und Zink sollen auch helfen und die körpereigene ­Abwehr stärken?
Solche Hilfsstoffe können sicher nicht schaden. Vor allem bei Vitamin C ist die positive Wirkung recht gut belegt. Allerdings muss man das Vitamin bereits vor Krankheitsausbruch regelmässig nehmen, um einen Schutz aufzubauen. Wenn man schon kränkelt, ist es zu spät. Interview: Stefan Aerni


Beat Rössler (60),Hausarzt und Internist, hat in den letzten Jahren zusammen mit dem Bundesamt für Gesundheit die Grippe-impfaktionen im Oberaargau koordiniert.
(Berner Zeitung)

Erstellt: 06.01.2017, 08:35 Uhr

Schwelle zur Epidemie bereits überschritten

In der Schweiz sind viele mit der Grippe in das neue Jahr gestartet: In allen Regionen des Landes breitet sich die Infektionskrankheit aus. Die Neuerkrankungen steigen an.
In der vergangenen Woche meldeten Ärzte, die dem Meldesysteme für übertragbare Krankheiten (Sentinella-Meldesystem) angeschlossen sind, 51,7 Grippeverdachtsfälle auf 1000 Arztkonsultationen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schreibt. Dies entspricht 201 Fällen pro 100 000 Einwohner. In der Vorwoche hatte das BAG noch 153 Verdachtsfälle auf 100 000 Einwohner gemeldet. Laut BAG ist die aktuelle Phase die erste Hälfte der Grippewelle. Die Häufigkeit von Neuerkrankungen sei ansteigend. Der Schwellenwert von 64 Verdachtsfällen auf 100 000 Einwohner, bei welchem von einer Grippeepidemie die Rede ist, wurde bereits überschritten. Das ist viel früher als in vergangenen Jahren.

Sponsored

Ein Hauch Kalifornien in der Westschweiz

Lausanne wird immer wieder mit San Francisco verglichen. Was daran stimmt, sagt Yves Béhar, Designer des 100-Dollar-Laptops.

Kommentare

Blogs

Foodblog Tessin an der Aare

Gartenblog Was wuchert denn da?

Die Welt in Bildern

Küsschen gefällig?: Die US-amerikanische Sängerin Macy Gray unterhält das Publikum mit ihrer Show am Jazzaldia Festival Spanien. (24.Juli 2017)
(Bild: Vincent West) Mehr...