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Wegen einer Allergie müssen alle verzichten

Ist es ein Grund zur Freude, dass unsere Gesellschaft so rücksichtsvoll und tolerant ist? Oder ist es einfach nur absurd?

Das Schulhaus meiner Kinder ist von der Schulleitung zur nussfreien Zone erklärt worden. Nüsse in jeglicher Form (Farmerstängel, Studentenfutter etc.) sind strikt verboten. Der Grund: Eine Schülerin leidet unter einer äusserst heftigen Nussallergie. Ist das ein Grund zur Freude, weil wir als Gesellschaft so rücksichtsvoll und tolerant sind, dass ein ganzes Schulhaus wegen einer Einzelperson auf Nüsse verzichtet? Oder ist es absurd, dass eine ganze Schule sich darauf einstellen muss? M.W.

Liebe Frau W. 2008 stellte Nicholas A. Christakis, Arzt und Professor für Medizinsoziologie in Harvard, im «British Medical Journal» die Diagnose, dass die in Schulen grassierende «Nut free»-Praxis die Züge einer «mass psychogenic illness» – einer Massenhysterie – trage. Allerdings kritisiert er dabei nicht Schutzmassnahmen, die wegen eines bestimmten Kindes getroffen wurden, sondern die generalisierte Allergie-Panik, die etwa dazu führt, dass ein Schulbus wegen einer am Boden liegenden Erdnuss evakuiert wird.

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