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Wieso diese Gepardenjungen eine wissenschaftliche Sensation sind

Im Columbus Zoo in Ohio hat eine Gepardendame nach einer künstlichen Befruchtung zwei Jungtiere zur Welt gebracht. Der Vizedirektor spricht von einem «wissenschaftlichen Wunder».

Ein kleines Wunder: Im Zoo von Columbus (USA) sind erstmals Geparde nach künstlicher Befruchtung geboren worden. Video: TheColumbusDispatch via Youtube

Am 19. Februar war es soweit: Die Gepardendame Izzy gebar im Zoo von Columbus im US-Bundesstaat Ohio zwei gesunde Gepardenbabys, ein Männchen und ein Weibchen. Was auf den ersten Blick keine Besonderheit darstellen mag, ist ein «wissenschaftliches Wunder», wie es Randy Junge, Vizepräsident des Columbus Zoo, ausdrückt. Denn erstmals wurde Gepardennachwuchs nach einer In-vitro-Fertilisation (IVF), also künstlicher Befruchtung, geboren, teilte der Zoo in einer Medienmitteilung mit.

«Diese zwei Jungtiere sind zwar winzig, aber sie stehen für eine enorme Leistung», sagt Zoo-Vizedirektor Junge. Der Erfolg bei der Befruchtung erweitere das wissenschaftliche Wissen über die Vermehrung von Geparden und könne in Zukunft zu einem wichtigen Teil des Populationsmanagements der Art werden. Denn Geparde werden von der Weltnaturschutzunion IUCN als «gefährdet» eingestuft. Bisherige Versuche, Grosskatzen künstlich zu befruchten, scheiterten in den meisten Fällen. Vor 30 Jahren gelang eine IVF bei einer Tigerdame. Der letzte Befruchtungsversuch an einer Gepardendame fand 2003 statt.

«Ein grosser Gewinn für den Geparden»

90 Tage dauerte die Schwangerschaft der Leihmutter Izzy – drei Tage kürzer als erwartet. Biologen des Smithsonian’s Conservation Biology Institute in Virginia setzten Mitte November neun künstlich im Labor geschaffene Embryos in Izzy ein. Am 23. Dezember wurde eine Schwangerschaft per Ultraschall bestätigt. Eine weitere künstlich befruchtete Gepardendame wurde nicht schwanger.

Der Erfolg am Columbus Zoo berge das Potenzial, das Überleben der Geparde in der freien Wildbahn zu gewährleisten, heisst es in der Medienmitteilung. Wie Vizedirektor Junge sagt, sei es zuallererst einmal darum gegangen, die Funktionstüchtigkeit der Methode aufzuzeigen. In einem nächsten Schritt müsse man die Technik dann auch wirklich beherrschen können, um sie effizient und zuverlässig anzuwenden, so Junge. Sein längerfristiges Ziel: «Mit Erfahrung können wir vielleicht Embryonen einfrieren und nach Afrika transferieren.»

Auch Jason Ahistus, Kurator am Fossil Rim Wildlife Center im Bundesstaat Texas, welches ebenfalls am Versuch beteiligt war, betont: «Der Erfolg öffnet die Tür zu vielen neuen Möglichkeiten, die der weltweiten Gepardenpopulation helfen können. Dies ist ein grosser Gewinn für den Geparden.»

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