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Das Gletscherwasser fliesst wieder farbig

Vor zwei Tagen leerten Forscher 50 Liter Markierungsfarbe auf dem Plaine-Morte-Gletscher aus. Der Versuch soll zeigen, ob das Schmelzwasser ins Berner Oberland oder ins Wallis abfliesst.

Glaziologe Matthias Huss (links) und Doktorant Mauro Fischer setzen auf dem Plaine-Morte Gletscher hochkonzentrierte Markierungsfarbe aus.
Glaziologe Matthias Huss (links) und Doktorant Mauro Fischer setzen auf dem Plaine-Morte Gletscher hochkonzentrierte Markierungsfarbe aus.
Bruno Petroni
Der zweite Versuch soll zusätzliche Erkenntnisse bringen.
Der zweite Versuch soll zusätzliche Erkenntnisse bringen.
Bruno Petroni
Eindrückliches Experiment: 50 Liter fluoreszierende Farbe wurden ausgesetzt.
Eindrückliches Experiment: 50 Liter fluoreszierende Farbe wurden ausgesetzt.
Bruno Petroni
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Montagmorgen um elf auf dem Plaine-Morte-Gletscher: Auf einer Meereshöhe von 2700 Metern öffnet Glaziologe Matthias Huss den ersten von vier mit Uraninfarbe gefüllten Kunststoffkanister. Nicht weniger als 50 Liter dieser hochkonzentrierten organischen Flüssigkeit trug er zuvor zusammen mit seinen beiden Doktoranden Mauro Fischer und Leo Sold von der Bergstation der Plaine-Morte-Bahn auf den Plateaugletscher hinunter. «Diesen Versuch halten wir in wesentlich kleinerem Rahmen ab als den ersten vor einem Jahr, wo wir mit dem Helikopter über 200 Kilo Farbe auf den Gletscher brachten und die Injektionen an drei verschiedenen Stellen vornahmen», sagt der Glaziologe der Universität Freiburg. Die Wissenschafter versprechen sich von diesem zweiten Experiment neue Erkenntnisse darüber, ob und wie viel Schmelzwasser des Plaine-Morte-Gletschers auf der Walliser Seite Richtung Mittelmeer abfliesst und wie viel via Simmental in die Nordsee. «Im Gegensatz zum ersten Versuch vom 22.August des letzten Jahres läuft zurzeit weniger Wasser ins Tal, was das Abflussverhalten beeinträchtigen kann. Wir sind gespannt, ob wiederum ein Grossteil des Wassers ins Berner Oberland fliesst oder nicht», sagt Matthias Huss.

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