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Die globale Karriere der Nationalblume

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum: Die alarmrote Zierblume sei der Inbegriff eines einheimischen Gewächses. In Wahrheit ist das Geranium eine Wildblume aus Afrika. Ihre Migration und Einbürgerung erhellt eine Schau im Alpinen Museum in Bern.

Auch in Plastik ein Hingucker: Beat Hächler, Direktor des Alpinen Museums, posiert im Treppenhaus seiner Institution mit unechten Geranien.
Auch in Plastik ein Hingucker: Beat Hächler, Direktor des Alpinen Museums, posiert im Treppenhaus seiner Institution mit unechten Geranien.
Urs Baumann
Geraniensorten werden in Europa designt, die Stecklinge wachsen dann aber in Hightechtreibhäusern in Äthiopien (Bild) oder El Salvador.
Geraniensorten werden in Europa designt, die Stecklinge wachsen dann aber in Hightechtreibhäusern in Äthiopien (Bild) oder El Salvador.
Daniel Delang
In seiner Broschüre «Der Blumenschmuck der Fenster und Balkone» aus dem Jahr 1933 machte der Verschönerungsverein der Stadt Bern und Umgebung genaue Vorgaben, wie ein Geraniumkistli zu konstruieren sei.
In seiner Broschüre «Der Blumenschmuck der Fenster und Balkone» aus dem Jahr 1933 machte der Verschönerungsverein der Stadt Bern und Umgebung genaue Vorgaben, wie ein Geraniumkistli zu konstruieren sei.
Stadtgrün Bern
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In einem Museum sind Geranien definitiv fehl am Platz. Sie gehören in ein Blumenbeet. Oder in eine Blumenkiste, die die Ortstafel eines Dorfes, die sonnengebräunte Fassade eines Chalets oder die Fensterbänke eines Berner Altstadthauses verschönert. In diesen Tagen stehen die Geranien aber auch im Treppenhaus des Alpinen Museums in Bern Spalier. Direktor Beat Hächler räumt gleich ein, dass die Blumen aus Plastik sind. Trockenheit und mangelhafte Sonneneinstrahlung wären im schattigen Museum für echte Geranien subop­timal. Und doch, sagt Hächler, sei das Geranium in seinem Museum genau richtig.

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