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Gegen Adam und Eva im Unterricht

Ein Lehrbuch im Kanton Bern, das Schöpfungslehre und Evolutionstheorie gleichsetzt, sorgt weiter für Streit. Ein ETH-Professor warnt vor einer Unterwanderung der Schulen durch Kreationisten.

Laut der Bibel am 6. Tag von Gott aus Lehm erschaffen: Adam im Paradies mit Eva.
Laut der Bibel am 6. Tag von Gott aus Lehm erschaffen: Adam im Paradies mit Eva.
Unbekannt/Pfarrei Kalksburg

In einem Interview, das die Zürcher ETH auf ihrer Webseite publizierte, äussert Paul Schmid-Hempel, Professor für experimentelle Ökologie, Verständnis für Kritik an der überarbeiteten Version des Lehrbuchs mit dem Titel «Naturwert». Die gleichrangige Gegenüberstellung von Evolutionstheorie und biblischer Schöpfungslehre, so Schmid-Hempel, sei nicht wirklich richtig gestellt, sondern einfach gestrichen worden.

Laut dem Wissenschaftler wurde sie durch einen Block ersetzt, der unter anderem ethische Fragen zum Umgang mit Lebewesen behandle. Das seinerzeit kritisierte Lehrbuch hatte nach seinen Erkenntnissen schweizweit als einziges kreationistische Lehren enthalten – also solche, die den Erkenntnissen der Evolutionstheorie widersprechen, die Charles Darwin einst begründet hatte.

EDU-Kantonsräte mit Vorstoss gescheitert

Dennoch warnt Schmid-Hempel vor dem Einfluss von Kreationisten an Schulen. «Man beobachtet aktive Bemühungen der Kreationisten, ihr Gedankengut an die Schulen zu tragen. Der Verein Pro Genesis versucht dies mit Lehrmitteln, sagte der Professor in dem Interview, «drei EDU-Kantonsräte haben im Kanton Zürich mit einem politischen Vorstoss zu erreichen versucht, dass an Zürcher Schulen die Schöpfungslehre gleichberechtigt mit der Evolution gelehrt werden müsse» – eine Idee, die freilich keine Mehrheit fand.

Scharfe Worte gegen alte Schöpfungstheorien

Angesichts heutiger Aktivitäten von Kreationisten im In- und Ausland und seines Eindrucks, dass einige Lehrer anfällig für die umstrittenen Lehren seien, betont Schmid-Hempel: «Kreationismus ist Unsinn. (…) Es ist absurd, dass eine längst widerlegte wissenschaftliche Theorie wieder zum Leben erweckt werden soll. Niemand käme auf die Idee, wieder mit der Alchemie zu arbeiten.»

In der Schweiz sei die Situation derzeit aber nicht dramatisch, erklärte der Wissenschaftler weiter; die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stehe auf dem Boden der Tatsachen und der wissenschaftlichen Erkenntnis.

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