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Kollaps des Walbestands war vorhersehbar

Zürcher Forscher haben herausgefunden, dass sich der Niedergang einer Walpopulation voraussagen lässt: Über Jahrzehnte sind die Tiere geschrumpft.

Der ausgeprägte Walfang im 20. Jahrhundert hat die Meeressäuger in grosse Bedrängnis gebracht. Ein Pottwal vor der portugiesischen Inselgruppe der Azoren im Atlantik.  (Archivbild)
Der ausgeprägte Walfang im 20. Jahrhundert hat die Meeressäuger in grosse Bedrängnis gebracht. Ein Pottwal vor der portugiesischen Inselgruppe der Azoren im Atlantik. (Archivbild)
Reinhard Dirscherl, Keystone
Ihre Körpergrösse ist über die Jahrzehnte geschrumpft: Der Blauwal, das grösste Tier, das jemals auf der Erde gelebt hat. (Archivbild)
Ihre Körpergrösse ist über die Jahrzehnte geschrumpft: Der Blauwal, das grösste Tier, das jemals auf der Erde gelebt hat. (Archivbild)
David Fleetham/WWF, Keystone
Laut den Forschern der Universität Zürich könnten die frühen Anzeichen des Kollapses auch bei anderen Arten als Warnsignal dienen. Ein Blauwal taucht ab. (Archivbild)
Laut den Forschern der Universität Zürich könnten die frühen Anzeichen des Kollapses auch bei anderen Arten als Warnsignal dienen. Ein Blauwal taucht ab. (Archivbild)
Ruedi Abbühl/WWF, Keystone
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Der Zusammenbruch der Walpopulation ist schon Jahrzehnte im Voraus vorhersehbar gewesen: an der schrumpfenden Körpergrösse der Tiere. Das berichten Forscher der Universität Zürich. Die frühen Anzeichen des Kollapses könnten auch bei anderen Arten als Warnsignal dienen.

Der ausgeprägte Walfang im 20. Jahrhundert hat die imposanten Meeressäuger in arge Bedrängnis gebracht. Die grosse Nachfrage nach Tran, Öl und Fleisch der Wale hat ihre Zahlen nach jahrzehntelanger Überjagung drastisch einbrechen lassen. Für diesen Kollaps gab es bereits bis zu 40 Jahre vorher erkennbare Anzeichen, wie Forschende um Christopher Clements von der Uni Zürich im Fachblatt «Nature Ecology & Evolution» berichten.

Bisher nur in Simulationen untersucht

Frühere Studien hatten bereits zwei mögliche Frühwarnsignale eines bevorstehenden Zusammenbruchs von Artbeständen ausfindig gemacht: eine sich stark ändernde Körpergrösse und schwankende Individuenzahlen. Allerdings war dies bisher nur im Rahmen von Simulationen und Laborexperimenten, aber nie an einer Wildpopulation beobachtet worden.

Gemeinsam mit Kollegen der University of Tasmania analysierte Clements’ Team historische Aufzeichnungen über ab dem Jahr 1900 gefangene Wale, um die Auswirkungen der Jagd zu untersuchen. «Wir haben uns Daten von Blau-, Finn-, Sei- und Pottwalen angeschaut und eine signifikante Abnahme der Körpergrösse festgestellt», sagte Clements gemäss einer Mitteilung der Universität Zürich vom Montag.

Um vier Meter geschrumpft

Pottwale, die in den 80er-Jahren gefangen wurden, seien beispielsweise im Durchschnitt vier Meter kleiner gewesen als die von 1905, so der Ökologe weiter. Ins Verhältnis gesetzt: Pottwalmännchen können über 20 Meter lang werden, Weibchen bis zu 12 Meter.

Die Entdeckung, dass sich Anzeichen für den bevorstehenden Kollaps damit bis zu 40 Jahre im Voraus feststellen liessen, könnte auch den Schutzbemühungen für andere Arten zugutekommen, schreiben die Forschenden im Fachartikel. Angesichts globaler Umweltveränderungen sei es eine Schlüsselherausforderung, den Niedergang von Beständen möglichst frühzeitig vorhersehen zu können. Das würde ermöglichen, Massnahmen zu ergreifen, um diese Entwicklung aufzuhalten, fügte Clements hinzu.

SDA/oli

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