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«Nature» hebt Schweizer in die Top Ten der Wissenschaftler

Die Entdeckung eines erdähnlichen Planeten bringt dem Schweizer Astronomen Michel Mayor grosse Ehre. Die angesehene Fachzeitschrift «Nature» zählt ihn zu den wichtigsten Wissenschaftlern des Jahres 2013.

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Der sogenannte Exoplanet Kepler 78b komme der Erde in Dichte und Grösse am nächsten, sei aber von einer exakten Kopie weit entfernt, schreibt das Fachjournal.
Der sogenannte Exoplanet Kepler 78b komme der Erde in Dichte und Grösse am nächsten, sei aber von einer exakten Kopie weit entfernt, schreibt das Fachjournal.
Keystone
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Michel Mayor gehört zu den weltweit zehn Wissenschaftlern, die im Jahr 2013 Bedeutendes geleistet haben. In diese Sphäre katapultiert hat ihn das britische Wissenschaftsjournal «Nature» in seiner jüngsten Ausgabe. Mayor hat den erdähnlichsten Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems entdeckt.

Der sogenannte Exoplanet Kepler 78b komme der Erde in Dichte und Grösse am nächsten, sei aber von einer exakten Kopie weit entfernt, schreibt das Journal. Bevor er sich endgültig zur Ruhe setze, hoffe er «diese Entdeckung zu feiern», liess sich der 71-jährige emeritierte Professor zitieren.

Grund zum Feiern hatte Mayor schon zur Genüge: 1995 entdeckten er und sein damaliger Doktorand Didier Queloz erstmals Hinweise auf einen extrasolaren Planeten, der um einen sonnenähnlichen Stern kreiste. Inzwischen sind rund 1000 solcher Planeten bekannt – von denen Mayor und sein Team nicht wenige gefunden haben.

Mit weiteren technischen Neuerungen hofft Mayor in den nächsten fünf Jahren, einen erdähnlichen Planeten mit genügend Abstand zu seiner Sonne zu finden, der flüssiges Wasser und damit womöglich Leben beherbergen könnte.

Sexuell belästigte Forscherinnen

In den weiteren «Top 10» würdigt das Journal nicht nur die Forscherleistung, sondern auch gesellschaftliches Engagement. So zählt zu den Geehrten die Forscherin Tania Simoncelli, die dabei half, dass in den USA heute keine Patente mehr auf menschliche Gene – wie jene, die das Brustkrebsrisiko anzeigen - erteilt werden dürfen.

Die Anthropologin Kathryn Clancy deckte auf, dass viele Frauen speziell in der Feldforschung sexuell belästigt werden. Sie schockierte damit die Forschergemeinde und brachte sie dazu, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Der Neurologe Feng Zhang vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge wurde für ein Verfahren geehrt, mit dem sich Erbgut einfach und kostengünstig verändern lässt. Die Virologin Hualan Chen, Leiterin des Chinesischen Referenzlabors für Vogelgrippe in Harbin, war 2013 massgeblich daran beteiligt, einen gefährlichen Vogelgrippe-Ausbruch einzudämmen.

Babys von HIV geheilt

Eine weitere Virologin, Deborah Persaud vom Johns Hopkins Children's Center in Baltimore, fand konkrete Hinweise darauf, dass HIV-infizierte Babys mit einer hohen Medikamentengabe direkt nach der Geburt geheilt werden können.

Der Klonforscher Shoukhrat Mitalipov von der Oregon Health&Science University entwickelte eine Stammzelllinie aus geklonten menschlichen Embryonen. Er war aufgrund von Fehlern in Kritik geraten. Mit seiner Nennung stärkt «Nature» somit einem nicht unumstrittenen Wissenschaftler und der ebenso kontroversen Klonforschung den Rücken.

Weiter wurden ein russischer Forscher für die Jagd nach Meteoriten-Resten und ein Brite für die Erhöhung der Effizienz von Solarzellen geehrt. Auf die Liste gelangte auch der philippinische Diplomat Naderev (Yeb) Saño, der auf der Klimakonferenz im November in Warschau die Teilnehmer stark gerührt hat, als er über sein Land nach dem verheerenden Taifun Haiyan sprach.

(SDA)

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