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Neutrinos können das Licht nicht aufholen

Das Universum hat keine neue Tempogrenze: Das Kernforschungszentrum Cern hat mit neuen Experimenten seinen früheren Befund widerlegt. Neutrinos sind nicht schneller als das Licht.

Licht bleibt das Mass aller Geschwindigkeiten: Das Cern in Genf. (30. März 2010)
Licht bleibt das Mass aller Geschwindigkeiten: Das Cern in Genf. (30. März 2010)

Das bisherige Weltbild der Physik hält Bestand: Neutrinos sind nicht schneller als das Licht. Dies teilte das europäische Kernforschungszentrum Cern heute in Genf mit.

2011 hatten Physiker des Opera-Teams überraschend Messergebnisse verkündet, die nahelegten, dass manche Elementarteilchen (die Neutrinos) schneller sein könnten als das Licht. Dies erregte grosses Aufsehen, denn die Lichtgeschwindigkeit gilt laut der Relativitätstheorie als absolute Tempogrenze des Universums.

Die Aufregung legte sich aber bereits Ende Februar weitgehend wieder, als das Team von Fehlerquellen bei der Messung berichtete – darunter war ein defektes Glasfaserkabel.

Bei den fraglichen Experimenten wurde in einem unterirdischen Labor im Gran-Sasso-Massiv in den Abruzzen die Geschwindigkeit von Neutrinos gemessen. Sie waren zuvor im rund 730 Kilometer entfernten Cern erzeugt und auf die Reise geschickt worden.

Geschwindigkeitslimit respektiert

«Die vom Cern nach Gran Sasso gesendeten Neutrinos respektieren die kosmische Geschwindigkeitsbegrenzung», heisst es in der neuen Mitteilung. Die aktuellen Analysen wurden von Cern-Forschungsdirektor Sergio Bertolucci auf einem Physikertreffen im japanischen Kyoto vorgestellt. In den unterirdischen Laboren sind ausser Opera drei weitere Experimente angesiedelt, Borexino, Icarus und LVD.

Alle vier hätten Zeiten im Bereich der Lichtgeschwindigkeit gemessen. «Obwohl dieses Resultat nicht so aufregend ist, wie einige erwartet haben, ist es doch das, was wir erwartet haben», sagte Bertolucci.

Bereits Ende März war der Sprecher des Opera-Experimentes, der Physiker Antonio Ereditato, zurückgetreten. Er sagte damals, dass er gelassen sei: «Ich habe meinerseits keinerlei Lust auf Streit und hoffe, dass meine Entscheidung eine Phase abschliesst.»

SDA/rbi

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