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Noch reinlicher – dank der Putzerfisch-Weibchen

Putzerfische säubern andere Fische gründlicher von Parasiten, wenn sie einem Zweierteam beiderlei Geschlechts arbeiten – dank des Verhaltens der Weibchen.

Effiziente Reinigung – vor allem zu zweit: Zwei Putzerlippfische bearbeitet einen Kartoffelzackenbarsch.
Effiziente Reinigung – vor allem zu zweit: Zwei Putzerlippfische bearbeitet einen Kartoffelzackenbarsch.
flickr.com/photos/

Putzerlippfische unterhalten in Korallenriffen «Putzstationen», die sich grosser Nachfrage erfreuen. Andere Fischarten schwimmen dorthin, um sich auf der Haut sitzende Parasiten entfernen zu lassen. Für beide Seiten ist das ein lohnendes Geschäft: Der «Kunde» bleibt gesund, und der Putzerfisch ernährt sich von den gefressenen Parasiten.

Forscher um Redouan Bshary von der Universität Neuenburg haben nun herausgefunden, dass diese Tiere ihre Arbeit gründlicher erledigen, wenn sie in Zweierteams und nicht alleine arbeiten. Das liegt an einem einzigartigen Kooperationsverhalten, wie die Forscher in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins «Nature» schreiben.

Schuppenschleim als beliebte Delikatesse

Putzerlippfische fressen zwar Parasiten, doch der Schleim auf der Haut anderer Fische schmeckt ihnen noch besser. Deshalb kommt es nicht selten vor, dass ein Putzer seinen Kunden hintergeht, indem er heimlich von seinen Schuppen nascht. Der Kunde reagiert auf den schmerzhaften Biss häufig verärgert, schwimmt weg – und beraubt so den Reiniger der Parasiten.

Gehen nun zwei Fische gemeinsam ihrer Säuberungsarbeit nach, wie in der Natur häufig beobachtet, leidet der «ehrliche» Fisch doppelt, wenn sein Kollege Hautschleim frisst: Er hat nichts von dem delikaten Bissen Schleim und die Parasiten sind auch weg. Folglich, so hatten Bhary und sein Team vermutet, sollten die Putzer der Versuchung eines raschen Schleimmahls eher widerstehen.

Tatsächlich wiesen die Wissenschaftler in ihren Experimenten nach, dass Putzerlippfische im Team deutlich seltener vom geliebten Schleim fressen, als wenn sie alleine waren – und folglich brechen Kunden von Zweierteams die Pflege viel seltener ab als jene von Einzelputzern, wie die Feldbeobachtungen zeigten.

Weibliche Fische weniger naschhaft

Die Studie zeigt auch, dass es vor allem die weiblichen Fische sind, die in den Teams, die stets aus einem Weibchen und einem Männchen bestehen, für den «Qualitätsanstieg» sorgen. Weibchen halten sich stärker zurück und naschen viel seltener von dem Hautschleim. Ein Grund dafür könnte eine Art Bestrafungssystem sein. Die Forscher beobachteten nämlich, dass Männchen sich gegenüber Weibchen, die ein Stückchen Schleim gefressen hatten, sehr aggressiv verhielten.

SDA/raa

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