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Pestizide für den perfekten Apfel

Schädlingsbekämpfungsmittel schaden Mensch und Natur. Zum Einsatz kommen die giftigen Mittel oft nur, damit die Früchte makellos aussehen. Schuld sind überhöhte Qualitätsnormen.

Werden gespritzt, um möglichst perfekt auszusehen: Äpfel in der Schweiz.
Werden gespritzt, um möglichst perfekt auszusehen: Äpfel in der Schweiz.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Die Untersuchung der Westschweizer Sendung «A Bon Entendeur» ergab eine Pestizid-Belastung bei einer Mehrheit der getesteten 26 Äpfel. Im Bild: Ein Erntehelfer bei der Arbeit.
Die Untersuchung der Westschweizer Sendung «A Bon Entendeur» ergab eine Pestizid-Belastung bei einer Mehrheit der getesteten 26 Äpfel. Im Bild: Ein Erntehelfer bei der Arbeit.
Gian Ehrenzeller, Keystone
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Keine Frucht ist in der Schweiz beliebter als der Apfel. Allerdings ist er in den meisten Fällen alles andere als Natur pur, sondern häufig gespritzt und damit möglicherweise mit giftigen Pestizid-Rückständen belastet.

Eine Untersuchung der Westschweizer Sendung «A Bon Entendeur» ergab bei 20 von 26 getesteten Äpfeln vom Detailhändler oder vom Markt Pestizidfunde. Nur sechs der Früchte, zwei davon aus Bio-Kulturen, seien ohne Pestizidrückstände gewesen. Den gesetzlichen Grenzwert habe jedoch keines der gefundenen Gifte überschritten.

Wie die SRF-Sendung «Kassensturz» jetzt berichtete, setzen viele Bauern in der Schweiz die gefährlichen Schädlingsbekämpfungsmittel aber nicht nur als notwendiges Übel ein, sprich, um ihre Ernte und damit ihre Existenz zu sichern. Der Gift-Cocktail diene vor allem auch dem Zweck, den Früchten ein makelloses Aussehen zu verleihen.

Kein Geld für Früchte mit Dellen

Wirklich verdienen könne man nur an äusserlich perfekten Äpfeln, schildert «Kassensturz». Am Markt würden vor allem Früchte ohne unschöne Dellen und Flecken verlangt, deren Produktion eben oft Pestizide verlange.

Früher habe man gewisse optische Schäden toleriert, zitiert die Sendung den Landwirtschaftsberater Urs Müller. Heute sei der Qualitätsdruck der Detailhändler allerdings enorm hoch – das setze die Produzenten unter Druck.

Makellose Äpfel

«Das Flecklein bedeutet, dass ich den Apfel nicht mehr als Klasse 1 verkaufen kann. Der Apfel rutscht in der Sortierung in die Klasse 2», erklärt der Obstbauer Ralph Gilg gegenüber SRF. Mit der Konsequenz, dass er nicht einmal mehr die Hälfte für sein Obst bekomme und er so nicht mehr in der Lage sei, kostendeckend zu produzieren.

Auf Nachfrage erklärten die Detailhändler Migros und Coop, man würde sich gemeinsam mit den Landwirten auf Richtpreise einigen. Zudem verlange der Konsument eine hohe Qualität der Früchte.

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