Zum Hauptinhalt springen

Rätsel gelöst: Warum Delfine so schnell schwimmen können

Mit Hochgeschwindigkeitskameras haben Forscher in den USA herausgefunden, warum Delfine so schnell schwimmen können – die endgültige Lösung eines jahrzehntealten Rätsels.

Delfin Primo in Aktion: Aufwändige Messtechnik lieferte ein Abbild vom Wasserfluss beim Schwimmen.

Es war anno 1936, als der britische Zoologe Sir James Gray über die schönen Delfine staunte, die im Wasser Geschwindigkeiten von mehr als 30 Stundenkilometern erreichten. Gray beobachtete den Flossenschub und Wasserwiderstand der Meeressäuger, analysierte ihre Muskulatur, rechnete und kam zu dem ernüchternden Schluss, dass derlei gar nicht möglich sei – ein Resultat, das als «Gray’s Paradoxon» Eingang in die zoologische Literatur fand.

Nun jedoch haben Wissenschaftler des Rensselaer Polytechnic Institute dieses Rätsel offenbar gelöst. Wie die amerikanische Universität mitteilte, gelang dies einem Team um Timothy Wei – mit Hilfe moderner Methoden der Strömungsmessung und Geschwindigkeitsanalyse. Die Forscher kombinierten dazu gängige Verfahren mit der «Digital Particle Image Velocimety«, einer videobasierten Technologie, die mit bis zu 1000 Bildern pro Sekunde arbeitet.

Zwei Tiere und tausende Luftblässchen als Helfer

Im Dienst der Wissenschaft mussten dann Primo und Puka, zwei Grosse Tümmler, wieder und wieder durch eine Wasserzone schwimmen, die mit unzähligen feinen Luftblasen angereichert war. Mit spezieller Software verfolgte Wei die Bewegung, in die jedes einzelne dieser Blässchen versetzt wurde. Aus den Daten zu Geschwindigkeit und Richtung schlossen die Experten schliesslich auf die Kraft, mit der die Delfine ihre Flossen schlugen – nicht nur beim normalen Schwimmen, sondern auch beim «Auf-dem-Schwanz-Gehen», mit dem sie Zoobesucher in aller Welt beeindrucken.

Die Auswertung zeigte laut Wei, dass ein Delfin mit dem Schlag seiner Schwanzflosse eine Kraft erzeugen kann, die dem Gewicht von etwa 90 Kilogramm entspricht – rund zehn Mal so viel, wie der Zoologe Gray einst aufgrund seiner Berechnungen vermutet hatte. «Es zeigte sich, dass die Antwort auf ‹Gray’s Paradoxon› nichts mit der Hautstruktur der Delfine zu tun hat», sagte Wei, «das war zwar bereits bekannt, doch dies ist das erste Mal, dass jemand die Kraft messen und das Paradoxon damit sicher lösen konnte.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch