Roboter-Maulwurf gräbt auf dem Mars

Auf dem Mars hat sich ein Roboter vollautomatisch in den Boden gehämmert. Der Marsmaulwurf soll ins Innere des Planeten vordringen und helfen, einige seiner Geheimnisse zu lüften.

Im November 2018 schickte die Nasa-Sonde InSight erste Bilder vom Mars. (Video: Tamedia/Storyful/Nasa)

Der Roboter mit dem offiziellen Namen HP3 sei in einer ersten Phase, die vier Stunden dauerte, mit 4000 Hammerschlägen etwa 18 bis 50 Zentimeter in den Marsboden eingedrungen, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Freitagabend mit. Ziel des Experiments mit dem in Deutschland entwickelten Roboter sei die Messung des Wärmestroms aus dem Marsinneren.

«Bei seinem Weg in die Tiefe ist der Maulwurf anscheinend auf einen Stein getroffen, hat sich um etwa 15 Grad geneigt und diesen beiseite gedrückt oder sich an ihm vorbeigeschoben», sagte der wissenschaftliche Leiter des HP3-Experiments, Tilman Spohn. Nach einer Abkühlpause wollen die Forscher den «Maulwurf» in einer zweiten Phase für erneut vier Stunden weiter hämmern lassen. In den kommenden Wochen soll der Roboter dann - bei ausreichend porösem Untergrund - in drei bis fünf Meter Tiefe vordringen.

Sonden messen Temperatur

Der kniehohe künstliche Maulwurf soll die Temperatur bis auf ein Tausendstel Grad Celsius genau messen. Daraus lässt sich zum Beispiel schliessen, wie sich das Innere des Roten Planeten entwickelt hat und ob er noch immer über einen heissen flüssigen Kern verfügt. Der Roboter ist am DLR entwickelt worden. Er sieht aus wie ein grosser Nagel, der über einen eingebauten Hammer verfügt. Er zieht ein Kabel hinter sich her, das mit Temperatursensoren bestückt ist.

Der hämmernde Maulwurf war im Rahmen der Nasa-Mission «InSight» Ende November erfolgreich mit auf dem Mars gelandet - nach einer rund 485 Millionen Kilometer lange Reise. Der Landeplatz liegt in einer Region, die weitgehend eben und frei von grösseren Steinen und Felsen ist. Bisherige Mars-Missionen haben das Gebiet noch nicht vom Boden aus erkundet. Die insgesamt rund 650 Millionen Euro teure «InSight»-Mission ist auf zwei Jahre angelegt.

sda

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