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Schneesaison wurde 37 Tage kürzer

Die Klimaerwärmung ist auch im Winter spürbar: Gemäss einer Studie ist die Dauer der Schneebedeckung in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten markant zurückgegangen.

Wintersport im Grünen: Solche Bilder wie aus dem Skigebiet Villars-Gryon in der Waadt gelten bereits nicht mehr als Ausnahme. (Dezember 2015)
Wintersport im Grünen: Solche Bilder wie aus dem Skigebiet Villars-Gryon in der Waadt gelten bereits nicht mehr als Ausnahme. (Dezember 2015)
Keystone
Schneemangel wegen der Klimaerwärmung: Eine Kunstschnee-Piste führt bis ins Dorf. (Savognin, Dezember 2015)
Schneemangel wegen der Klimaerwärmung: Eine Kunstschnee-Piste führt bis ins Dorf. (Savognin, Dezember 2015)
Keystone
Schneekanonen kommen öfter zum Einsatz. Denn im Durchschnitt beginnt die Schneesaison heute zwölf Tage später und endet rund 25 Tage früher als noch im Jahr 1970. (Arosa, Dezember 2015)
Schneekanonen kommen öfter zum Einsatz. Denn im Durchschnitt beginnt die Schneesaison heute zwölf Tage später und endet rund 25 Tage früher als noch im Jahr 1970. (Arosa, Dezember 2015)
Keystone
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Älteren Skifahrern ist die Entwicklung nicht entgangen: Heute fällt der erste Schnee später im Herbst, und die Schneeschmelze beginnt früher als vor wenigen Jahrzehnten. Im Durchschnitt beginnt die Schneesaison heute 12 Tage später und endet rund 25 Tage früher als noch im Jahr 1970, wie eine Studie der Universität Neuenburg und des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung zeigt.

Der Rückgang der Schneebedeckung sei im Frühling also doppelt so stark wie im Herbst, so das Forscherteam. Es wertete für seine Studie Daten aus elf ­Meteo-Schweiz-Wetterstationen in den verschiedensten Alpen­regionen der Schweiz aus und analysierten den Zeitraum von 1970 bis 2015.

Rückgang in allen Höhen

Die Forscher fanden heraus, dass die Dauer der Schneebedeckung in Gebieten zwischen rund 1100 und 2500 Metern über Meer über die letzten Jahrzehnte abgenommen hat. Alle Stationen zeigten einen signifikanten Rückgang, unabhängig von ihrer Höhenlage oder ihrem geografischen Standort.

Für WSL-Forscherin Martine Rebetez zeigen diese neuen ­Resultate, dass sich die Dauer der Schneebedeckung nicht nur in niedrigen Lagen, wo es für jedermann sichtbar ist, sondern in ­allen untersuchten Höhenlagen verkürzt hat.

Die Forscher stellten ausserdem fest, dass die jährlich maximal gemessene Schneehöhe im Durchschnitt um 25 Prozent abnahm und heute 28 Tage früher auftritt als noch vor 45 Jahren.

Wie stark sich diese Tendenz in Zukunft fortsetzen wird, können die Forscher mit dieser Studie nicht abschätzen. Sie gehen jedoch davon aus, dass sowohl der Wintersport als auch die im Sommer verfügbare Menge an Wasser von der Entwicklung betroffen sein können.

So reagieren die Seilbahnen

Die Schweizer Seilbahnen versuchen schon seit vielen Jahren, sich dieser Entwicklung anzupassen. So haben sie dort, wo es die Temperaturen erlauben, die Beschneiung der Pisten massiv ausgedehnt. Doch das ist teuer: Jeder Kunstschneekilometer kostet rund eine Million Franken. Diese Kosten und die ausbleibenden Gäste ­haben indes dazu geführt, dass viele Bergbahnen in eine finanzielle Schieflage geraten sind.

In diesem Frühling mussten sich beispielsweise die Bergbahnen Gstaad einer millionenteuren Sanierung unterziehen. Diese kam nur zustande, weil die Milliardäre Ernesto Bertarelli und André Hofmann (Roche) Millionen in die Bahnen einschossen. Ein anderes Beispiel dafür ist die Rettung der Bergbahn Brigels im Kanton Graubünden: Hier schoss der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz Geld ein.

In vielen Tourismusorten stellen die Bergbahnen das Herzstück des Tourismusangebots dar. Die meisten Tourismus­experten gehen deshalb davon aus, dass künftig die Steuerzahler dieser Gemeinden vermehrt zur Kasse gebeten werden, wenn ­Ersatzinvestitionen anstehen. Schliessungen dürften vor allem für tief gelegene Bahnen und solche, die nicht zur Tourismusinfrastruktur eines Dorfes gehören, zum Thema werden.

SDA/sny

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