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Schwere Unwetter verursachen neues Chaos in Australien

Zuerst Buschbrände, jetzt Stürme, sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen – und die nächste Katastrophe ist schon im Anmarsch.

Yannick Wiget
Sowohl an der West- als auch an der Ostküste Australiens wüten schwere Unwetter. Video: Tamedia

Australien kommt nicht zur Ruhe. Nachdem die Behörden die verheerenden Buschbrände allmählich unter Kontrolle gebracht haben, die seit Monaten wüten, ist das Land von neuen Naturgewalten heimgesucht worden: Ein Zyklon, sintflutartige Regenfälle und Unwetter haben für Schäden und Überschwemmungen gesorgt – und zu allem Übel kündigt sich bereits die nächste Katastrophe an.

Der tropische Wirbelsturm Damien traf am Samstag auf die westaustralische Küste. Er brachte heftigen Niederschlag und Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 205 Kilometern pro Stunde, riss Bäume um, deckte Dächer ab und sorgte für Stromausfälle. Das Ausmass der Schäden ist noch nicht bekannt.

Die Meteorologiebehörde hat ihre Zyklonwarnung zwar am Sonntagnachmittag aufgehoben, warnt die Bewohner in der betroffenen Region aber weiter vor starken Windböen, Regenfällen und möglichen Überflutungen.

Ein ähnliches Bild präsentiert sich an der Ostküste Australiens, die in dieser Saison schon am stärksten von den Rekordfeuern betroffen ist. Heftige Unwetter und sintflutartige Regenfälle sorgten hier für Überschwemmungen und Erdrutsche. Viele Strassen mussten geschlossen, Zug- und Fährverbindungen gestrichen werden. Die extremen Wetterbedingungen verursachten ein Verkehrschaos.

In Teilen von New South Wales sei die Flutgefahr lebensgefährlich, warnten die Behörden am Montag. In Sydney, der Hauptstadt des Bundesstaates, hatten rund 140'000 Haushalte vorübergehend keinen Strom. Tief gelegene Vororte mussten evakuiert werden, weil so viel Regen gefallen war wie seit den 1990er-Jahren nicht mehr. An der Küste kam es wegen ungewöhnlichen Hochwassers und Sechs-Meter-Wellen zu Erosionen. Einige Strände wurden bis zu 25 Meter abgetragen.

Das Meer hat die Küste abgetragen: Der Strand in Collaroy bei Sydney, 10. Februar 2020. Foto: Keystone
Das Meer hat die Küste abgetragen: Der Strand in Collaroy bei Sydney, 10. Februar 2020. Foto: Keystone

Immerhin löschten die starken Regenfälle einige der seit Monaten wütenden Buschbrände. Feuerwehrchef Shane Fitzsimmons sprach von den «positivsten Nachrichten seit langem». Noch immer lodern aber Dutzende Feuer allein in New South Wales. Auch der grosse Brand nahe der australischen Hauptstadt Canberra ist trotz der Niederschläge noch nicht gelöscht.

Zeit zum Verschnaufen haben die Menschen sowieso nicht. Aktuell warnt die Meteorologiebehörde vor neuen starken Unwettern sowohl an der Ost- wie auch der Westküste. Denn mit Uesi ist schon der nächste Zyklon im Anmarsch, der im Verlauf der Woche auf Australien treffen könnte.

Zwar rechnen die Experten momentan nicht damit, dass der Sturm ganz auf Land treffen wird. Sollte er sich aber wie vorausgesagt der australischen Ostküste nähern, ist mit starken Winden und grossen Mengen Regen zu rechnen, die wieder zu Überflutungen führen dürften. «Das wird noch einmal zu diesem Sommer der Zerstörung beitragen», sagte Dale Dominey-Howes, Professor für Katastrophenrisiko der Universi­tät Sydney, der Zeitung «Australian».

*Mit Material der SDA

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