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Zahl der Krebsfälle wird sich weltweit fast verdoppeln

Trotz Fortschritten bei der Therapie: Die WHO warnt vor einem drastischen Anstieg von Krebserkrankungen. Das sind die Gründe.

sda/wig
Weltweit der vierthäufigste bösartige Tumor bei Frauen: Nachkolorierte Mikroskopaufnahme einer Gebärmutterhalskrebs-Zelle. Foto: Keystone
Weltweit der vierthäufigste bösartige Tumor bei Frauen: Nachkolorierte Mikroskopaufnahme einer Gebärmutterhalskrebs-Zelle. Foto: Keystone

Die Weltgesundheitsorganisation WHO befürchtet eine deutliche Zunahme der Krebserkrankungen. Die Zahl der Fälle dürfte sich nach einer neuen Prognose bis 2040 fast verdoppeln. Das geht aus dem alle fünf Jahre neu erstellten Weltkrebsreport der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) hervor, die zur WHO gehört.

2018 erkrankten demnach weltweit 18,1 Millionen Menschen neu an Krebs, 9,6 Millionen Menschen starben daran. Bei einer Fortsetzung der bisherigen Trends sei mit einem Anstieg der Fälle um 60 Prozent in den nächsten zwei Jahrzehnten zu rechnen. In Entwicklungsländern betrage die Zunahme gar über 80 Prozent, berichtet die IARC zum Weltkrebstag am Dienstag. Im Jahr 2040 dürften etwa 29 bis 37 Millionen Menschen neu erkranken.

Ein Grund dafür ist die steigende Lebenserwartung: Es gibt immer mehr Menschen auf der Welt, und sie werden immer älter. Aber auch die Lebensweise spielt eine Rolle. Laut einer deutschen Studie liessen sich bis zu 40 Prozent der Krebserkrankungen verhindern, wenn die Menschen gesünder leben würden.

Den Gesundheitsexperten zufolge handelt es sich dabei um Massnahmen, die vielen bekannt sind, aber trotzdem nicht umgesetzt werden:

  • Nicht rauchen
  • Übergewicht vermeiden
  • Sport treiben
  • Gesund ernähren
  • Wenig oder kein Alkohol trinken
  • Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Gerade der Verzicht auf das Rauchen hätte einen grossen Einfluss. Lungenkrebs ist weltweit der häufigste Krebstyp, gefolgt von Brustkrebs und Darmkrebs, und auch die häufigste krebsbedingte Todesursache. Allgemein ist Krebs in vielen reichen Ländern mittlerweile die häufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen – trotz Fortschritten bei der Behandlung.

Verbesserungen bei der Therapie haben die Wahrscheinlichkeit gesenkt, an Krebs zu sterben. Allerdings gibt es grosse Unterschiede. In Ländern mit hohen Einkommen ging die Rate von Todesfällen zwischen 2000 und 2015 um 20 Prozent zurück, in Ländern mit niedrigen Einkommen nur um 5 Prozent. Krebs zu überleben sei also auch eine Frage des Wohlstands, sagt die IARC. Sowohl Betroffene in ärmeren Ländern als auch ärmere Bevölkerungsschichten in reichen Ländern hätten geringere Überlebenschancen.

Dass in Ländern mit hohen Einkommen Geringerverdienende öfter von Krebs betroffen sind als Besserverdienende, liege an vielen Faktoren, heisst es weiter. Dazu gehöre eine ungesündere Lebensweise. Geringverdienende gingen oft auch später zum Arzt und verpassten so eine frühe Diagnose, die eine Heilung wahrscheinlicher macht. In der Schweiz sind 30 Prozent aller Todesfälle bei Männern und 23 Prozent der Todesfälle bei Frauen durch Krebs bedingt.

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