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14'240 Rega-Einsätze im letzten Jahr

30 mal pro Tag ist die Rega durchschnittlich im Einsatz – Tendenz steigend. Zum 60-jährigen Bestehen zieht die Rettungsflugwacht umfassend Bilanz – und sucht die Nähe zur Bevölkerung.

Die Rega war noch nie so oft in der Luft wie letztes Jahr: Ein Helikopter der Rettungsflugwacht bei einem Einsatz.
Die Rega war noch nie so oft in der Luft wie letztes Jahr: Ein Helikopter der Rettungsflugwacht bei einem Einsatz.
Keystone

Ob ein verletzter Skifahrer im Hochgebirge gerettet oder eine abgestürzte Kuh auf einer Alp geborgen werden muss: Seit 60 Jahren bringt die Rettungsflugwacht (Rega) Hilfe aus der Luft. Im vergangenen Jahr war sie gefragt wie noch nie.

Rettungsaktionen der Rega seien heute häufig nicht mehr so spektakulär wie in den Anfangsjahren, sagte Stiftungsratspräsident Ulrich Graf heute in Kloten vor den Medien. Stark gefordert gewesen sei die Luftrettungsorganisation jedoch im März beim Carunglück mit belgischen Kindern in Siders im Wallis.

«Grundsolides Fundament»

Am 16. März flog die Rega mit ihrer gesamten Ambulanzjet-Flotte in sechs Flügen insgesamt 14 verletzte Kinder und deren Angehörigen von Sitten nach Brüssel. Damit seien erstmals alle drei Rettungsjets gemeinsam an einem Einsatz beteiligt gewesen, sagte Graf.

Die Rega habe bei diesem Einsatz einmal mehr den Beweis erbracht, dass sie in der Lage sei, auch unerwartete Grossereignisse mit Bravour zu meistern. Die Luftrettungsorganisation sei nach wie vor gefragt und stehe auf einem grundsoliden Fundament, stellte Graf fest.

Mehr Nachtflüge

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 14'240 Einsätze im In- und Ausland organisiert. Das waren 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch nie flog die Rega so viele Einsätze, um Menschen in Not zu helfen, wie Direktor Ernst Kohler ausführte.

Die Rettungshelikopter waren 10'797 mal, die drei Ambulanzjets 698 mal im Einsatz. Immer häufiger angefordert werde die Hilfe aus der Luft während der Nacht, heisst es im Geschäftsbericht. Die Helikopter fliegen heute jeden fünften Einsatz nach Einbruch der Dunkelheit.

Weniger Bergungen wegen Lawinenunglücken

In 326 Fällen wurden Patientinnen und Patienten mit Linienflugzeugen und in 28 Fällen mit gecharterten Flugzeugen transportiert. Die Zahl der aus dem Ausland in die Schweiz überführten Personen sank von 866 auf 838.

Am meisten aufgeboten wurde die Rega für den Transport von Kranken. Dahinter rangieren Einsätze bei Wintersport-, Verkehrs- und Arbeitsunfällen. Erst an fünfter Stelle folgen Bergunfälle. Die Bergungen bei Lawinenunglücken gingen wegen der schneearmen Wintermonate von 78 auf 27 zurück.

Nicht mehr Fehlalarme

Seit Anfang des letzten Jahres können Verunfallte die rot-weissen Rega-Helikopter auch über eine iPhone- oder Android-Applikation alarmieren. In 260 Notfällen wurde davon Gebrauch gemacht. Die Zahl der Fehlalarme habe mit den neuen Medien nicht zugenommen, sagte Kohler.

Laut dem Rega-Chef liegt der grosse Vorteil der Notfall-Applikation darin, dass bei einer Alarmierung die Standortangaben und die Kontaktdaten des Alarmierenden direkt auf den Bildschirm der Einsatzzentrale übertragen werden. Dies spare wertvolle Zeit. Über 80 Prozent der Anrufe auf die Rega-Notrufnummer 1414 erfolgen über Mobiltelefone.

Ärgernis Mehrwertsteuer

Die Zahl der Gönnerinnen und Gönner stieg im vergangenen Jahr um 86'000 auf auf 2,38 Millionen. Nur dank dieser Unterstützung könne die Rega die Dienstleistung für Menschen in Not rund um die Uhr und während 365 Tagen erbringen, sagte Kohler. «Die Gönner halten uns in der Luft.»

Unter dem Strich resultierte im vergangenen Jahr ein Gewinn von 17 Millionen Franken. Als Ärgernis bezeichnete Kohler, dass die Rega jährlich 5,5 Millionen Franken Mehrwertsteuer an den Fiskus abgeben muss. Die Rega hofft, dass auf politischem Weg eine Lösung gefunden werden kann. Spendengelder müssten vollumfänglich der Rettung zugute kommen.

In den nächsten Wochen erwartet die Rega die Baubewilligung für eine weitere Basis in Zweisimmen BE. Noch im laufenden Jahr soll zudem der Helikoptersimulator, der derzeit in Italien konstruiert wird, nach Zürich gebracht werden.

30 mal pro Tag

Die Rettungsflugwacht wurde vor 60 Jahren, am 27. April 1952, als Untersektion der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft in Twann am Bielersee gegründet. Ein Jahr später verzeichnete das Team sechs Helikoptereinsätze. Heute werden die Rega-Helikopter pro Tag durchschnittlich 30 mal aufgeboten.

Das 60-Jahr-Jubiläum will die Rega zum Anlass nehmen, der Schweizer Bevölkerung für die Unterstützung zu danken. Zudem lädt die Luftrettungsorganisation von April bis August im Rega-Center Zürich-Flughafen sowie auf den Rega-Basen Lausanne, Bern Belp und Basel zum «Tag der offenen Tür» ein. Präsentiert wird dabei auch der neuste Film «Am Puls der Rega».

SDA/rbi

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