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Das Ende einer zehnjährigen Reise

Zum ersten Mal ist eine Raumsonde in die Umlaufbahn eines Kometen eingeschwenkt. Rosetta erreicht nach einem sechs Milliarden Kilometer langen Flug den Himmelskörper Tschurjumov-Gerasimenko.

Visualisierung des Ortes, an dem sich Philae befinden könnte. (13. November 2014)
Visualisierung des Ortes, an dem sich Philae befinden könnte. (13. November 2014)
ESA
Bilderserie zeigt den Hüpfer von Landeeinheit Philae auf dem Kometen  67P/Churyumov-Gerasimenko: Das erste Bild (l.) zeigt den Ort vor der Landung Philaes, das zweite kurz nach dem Aufprall mit dem Schatten des aufgewirbelten Staubs. Das dritte Bild ist das selbe wie das zweite, die kleinen roten Kreise zeigen die wahrscheinliche Position von Philae und ihrem Schatten. (12. November 2014)
Bilderserie zeigt den Hüpfer von Landeeinheit Philae auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko: Das erste Bild (l.) zeigt den Ort vor der Landung Philaes, das zweite kurz nach dem Aufprall mit dem Schatten des aufgewirbelten Staubs. Das dritte Bild ist das selbe wie das zweite, die kleinen roten Kreise zeigen die wahrscheinliche Position von Philae und ihrem Schatten. (12. November 2014)
ESA/Rosetta/Philae/CIVA/NAVCAM, AFP
Nach sechs Milliarden Kilometern: Im November soll der Landeroboter auf dem Himmelskörper abgesetzt werden.
Nach sechs Milliarden Kilometern: Im November soll der Landeroboter auf dem Himmelskörper abgesetzt werden.
EPA/ESA, Keystone
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Nach einer zehnjährigen Reise durch den Weltraum ist der europäische Kometenjäger Rosetta am Ziel: Die Raumsonde hat nach einem Flug über mehr als sechs Milliarden Kilometer heute den Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko erreicht. Die vom Kontrollzentrum der europäischen Weltraumagentur ESA in Darmstadt gesteuerte Sonde ist in eine Umlaufbahn um den Kometen eingeschwenkt.

Nun wird sie bald mit dem von der Universität Bern entwickelten Instrument Rosina die ersten Moleküle aus dem Gasschweif des Kometen «riechen» können, wie die Hochschule mitteilt. Rosina besteht aus zwei Massenspektrometern und einem Drucksensor und soll unter anderem die Frage beantworten, ob Kometen Wasser und organische Moleküle auf die Erde gebracht haben.

(Video: Reuters)

Rosina (der Rosetta Orbiter Spektrometer für Ionen- und Neutralgas-Analyse) hat bereits auf der Reise zum Kometen Messungen vorgenommen und funktioniert laut seinen Betreuern gut. «Mit grosser Wahrscheinlichkeit können wir spätestens Mitte August die ersten kometären Moleküle messen», erklärt Annette Jäckel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Rosina-Projekt.

Auf der Umlaufbahn des Kometen Tschurjumov-Gerasimenko wird Rosetta abgebremst. In Relation zum Kometen sei sie dann nur noch im langsamen Schritttempo unterwegs, erklärte Jäckel. Erst nähert sich Rosetta dem Kometen auf 100 Kilometer, dann bis auf 30 Kilometer.

Als erstes muss Rosetta einen Landeplatz für das Landemodul Philae finden, das im November auf dem Kometen aufsetzen wird – ein Manöver, das erstmals überhaupt versucht wird. Damit die Landeeinheit stehen bleibt, sollen zwei Harpunen in den Boden des Kometen geschossen werden.

Der Landeplatz soll auf der Sonnenseite liegen und nicht zu viele Löcher oder Steine und keine Krater haben. «Auch nicht zu viel Gas, damit das Landemodul nicht weggeblasen wird», erklärte Jäckel. Das zu prüfen, sei wiederum eine Aufgabe für Rosina.

Schnabellose Gummiente

Das Instrument hat die Zürcher Firma Ruagspace gebaut. Sie hat auch einen speziellen «Schlafsack» der Rosetta , den Zentralcomputer für den Weckruf sowie eine Hochleistungsantenne für Rosetta beigesteuert, wie das Unternehmen mitteilte.

Für Aufregung sorgten bereits die ersten Bilder der – ebenfalls mit Berner Beteiligung entwickelten – Kamera Osiris, die aus 12'000 Kilometern Abstand gemacht wurden. Der Komet ähnelt nicht wie erwartet einer Kartoffel, sondern eher einer schnabellosen Gummiente.

In den nächsten Wochen und Monaten muss das Berner Team die Messungen von Rosina vorbereiten und die bereits erhaltenen Daten auswerten. Rosina misst die molekulare Zusammensetzung der Gasschicht um den Kometenkern, sowie die Temperatur und Geschwindigkeit des Gases.

Superlative

Das gut eine Milliarde Euro teure Rosetta-Projekt steckt voller Premieren und Superlative: Nie zuvor erhielt eine Raumsonde in so grosser Sonnenentfernung Energie von Solarzellen. Nie zuvor schwenkte eine Sonde auf eine Umlaufbahn um einen Kometen ein. Und noch nie wurde ein Forschungsmodul auf einem Kometen abgesetzt.

Gestartet war Rosetta am 2. März 2004. Sie wurde für 957 Tage in Tiefschlaf versetzt, um Energie zu sparen. Nach dem Weckruf am 20. Januar 2014 fuhr das System hoch – zur Freude der Forscher ohne grössere Probleme. Im November wird die Sonde etwa 480 Millionen Kilometer von der Erde entfernt sein. Sie wird dann insgesamt mehr als 6,4 Milliarden Kilometer zurückgelegt haben.

Auf dem Rücken des Kometen soll Philae begleitet von Rosetta Richtung Sonne fliegen. Bis August 2015 wird sich das Dreiergespann dem Feuerball auf 195 Millionen Kilometer nähern – mit Teleskopen ist der Komet dann auch von der Erde aus zu sehen.

AFP/sda/jym

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