Zum Hauptinhalt springen

«Dragon» dockt an der ISS an

Erstmals in der Geschichte hat ein privates Raumschiff an der Internationalen Raumfahrtstation angedockt. Für die amerikanische Raumfahrt ein wichtiger Schritt.

Historischer Tag in der Raumfahrt: «Dragon» dockt an.

Historisches Rendezvous im All: Als erstes privates Raumschiff hat die unbemannte Raumkapsel «Dragon» (Drachen) des Unternehmens SpaceX am Freitag an der Internationalen Raumstation (ISS) angelegt. Beim Andockmanöver zogen Astronauten der ISS die vor drei Tagen gestartete «Dragon» mit einem Roboterarm an die Raumstation heran. «Es scheint, als hätten wir einen Drachen am Schwanz gepackt», sagte der US-Astronaut Don Pettit, als der Roboterarm um 15.56 Uhr MESZ die Raumkapsel ergriff. Zu diesem Zeitpunkt lag die ISS etwa 400 Kilometer über dem Nordwesten Australiens. Anschliessend begann die Besatzung der Raumstation, die «Dragon» langsam an die Ladebucht des «Harmony»-Moduls der ISS heranzuziehen. Das Andockmanöver war offiziell um 18.02 Uhr MESZ abgeschlossen.

Insgesamt liefert die «Dragon» 521 Kilogramm Fracht zur ISS. In den kommenden Tagen sollen die wissenschaftlichen Geräte, Nahrungsmittel und andere Versorgungsgüter ausgeladen werden. Auf seinem Rückweg soll das Raumschiff dann 660 Kilogramm Müll zur Erde transportieren. Am 31. Mai soll die sechs Tonnen schwere Kapsel, die 4,4 Meter hoch ist und einen Durchmesser von 3,6 Metern aufweist, wieder von der ISS abgekoppelt werden und im Pazifik vor der kalifornischen Küste landen.

USA hängt von Russland ab

«Dragon» ist das erste private Frachtschiff, das Nachschub zur ISS bringt. Ab 2015 soll die Raumkapsel auch bis zu sieben Astronauten zur Internationalen Raumstation bringen. Über Monate war der Start der privaten Raumkapsel aus technischen Gründen immer wieder aufgeschoben worden.

Sollte die Mission erfolgreich zum Abschluss kommen, hätten die USA nach dem Einstellen ihres Shuttle-Programms im vergangenen Jahr wieder einen eigenen Zugang zur ISS. Derzeit hängen die USA für den Transport ihrer Astronauten komplett von Russland ab, pro Kopf zahlen sie 63 Millionen Dollar.

Wegen der hohen Kosten für ein staatliches Raumfahrtprogramm setzt die US-Regierung nun auf die Zusammenarbeit mit privaten Anbietern wie SpaceX. Ein Vertrag zwischen SpaceX und der US-Raumfahrtbehörde Nasa sieht vor, dass das Unternehmen für 1,6 Milliarden Dollar (rund 1,28 Milliarden Euro) zwölf Versorgungsflüge zur ISS gewährleistet und rund 20 Tonnen Material dorthin verfrachtet. Einen ähnlichen Vertrag schloss die Nasa mit der Firma Orbital Sciences Corporation ab.

SDA/kle

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch