SpaceX-Raumschiff dockt an die ISS an

Elon Musks Firma hat eine bemannbare Raumkapsel auf einen Testflug geschickt. Das erste Manöver ist planmässig verlaufen.

Start geglückt: Das SpaceX-Raumschiff ist unterwegs zur ISS. Video: Nasa

Die neue Raumkapsel «Crew Dragon» des Privatunternehmens SpaceX für bemannte Missionen hat am Sonntag an die Internationale Raumstation ISS angedockt. Das Manöver sei planmässig verlaufen, teilten die US-Raumfahrtbehörde Nasa und SpaceX mit.

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Die Kapsel, die statt Astronauten lediglich eine lebensgrosse Puppe an Bord hat, soll am Freitag wieder zur Erde zurückkehren. Die Kapsel war am Samstag mit einer Falcon-9-Rakete vom US-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida gestartet.

Die Nasa will noch in diesem Jahr erstmals Menschen mit einer SpaceX-Rakete ins All bringen lassen. SpaceX hat schon mehrfach seine Raumkapsel «Dragon» zur ISS geschickt, bisher jedoch nur mit Material.

Das Space-Shuttle-Programm der USA war 2011 eingestellt worden. US-Astronauten konnten seither nur noch mit russischen Sojus-Raketen zur ISS gelangen. Der Vertrag mit Russland läuft im November aus. Dann sollen SpaceX und Boeing übernehmen.

Ripley fliegt mit

Mit an Bord der Raumkapsel sind neben 180 Kilo Fracht ein Dummy namens Ripley, eine Referenz an Sigourney Weavers Figur aus den «Alien»-Filmen. Er trägt einen schwarz-weissen Spacex-Raumanzug, wie man ihn vom Starman kennt. Diese Puppe sass am Steuer des roten Tesla, den Spacex im Februar 2018 als Ballast im Rahmen des Testflugs der neuen Falcon-Heavy-Rakete ins Weltall schoss.

Mit dem Starman hat Ripley sonst allerdings wenig gemeinsam. Im Gegensatz zu diesem ist er mit unzähligen Sensoren bestückt. Sie sollen die Auswirkungen des Flugs in der Kapsel auf den menschlichen Körper messen. So soll sichergestellt werden, dass Raumschiff und Raumanzug für Astronauten sicher sind.

Erster bemannter Flug im Juli

Im Gegensatz zur Frachtversion wird die Kapsel bei der Landung nicht von einem ISS-Crewmitglied mit dem Roboterarm eingefangen, sondern dockt direkt an der Raumstation an. Ein weiterer Unterschied zur Frachtversion besteht darin, dass die Solarpanels nicht ausfahrbar, sondern fest in die Aussenhülle integriert sind. Sollte es zu einem Zwischenfall beim Start kommen, verfügt die Kapsel über 8 Superdraco-Triebwerke, um die Kapsel aus dem Gefahrenbereich zu schiessen.

Dieses Notfallsystem soll im nächsten Flug getestet werden. Geht dabei alles gut, sollen im Juli die beiden Nasa-Astronauten Bob Behnken und Doug Hurley mit dem Spacex-Raumschiff ins All fliegen. Das bemannte Raumfahrtprogramm im Auftrag der Nasa bringt dem Unternehmen aus Hawthorne, Kalifornien, gemäss einem 2014 abgeschlossenen Vertrag 2,6 Milliarden Dollar ein.

Neben Spacex soll auch Boeing für die Nasa Astronauten zur ISS transportieren. Der erste Testflug ihres CST-100 Starliners ist für April vorgesehen. Boeing wird dafür die Atlas-V-Rakete der United Launch Alliance, einem Joint Venture zwischen Lockheed Martin und Boeing, verwenden.

nlu/sda/20min

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