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Zweimal pro Jahr durchgedreht

Letzte Nacht wurden die Uhren eine Stunde zurückgestellt. Die Aktion ist seit Jahren umstritten – und bringt kaum Vorteile.

Eine Stunde zurück und vor und zurück: Seit Jahren ärgen sich viele Menschen über Sommer- und Winterzeit.
Eine Stunde zurück und vor und zurück: Seit Jahren ärgen sich viele Menschen über Sommer- und Winterzeit.
Keystone

Seit heute wird es morgens früher hell und abends früher dunkel. Bis zum 29. März, dann werden die Uhren wieder um eine Stunde vorgestellt. Es war anno 1980, als europaweit ein einheitliches Datum für den Beginn der Sommerzeit festgelegt wurde – endlich. Und es dauerte bis 1996, bis auch das Ende flächendeckend festgelegt war. Seither werden die Uhrzeiger am ersten Sonntag im März um eine Stunde nach vorne bewegt und am letzten Sonntag des Oktobers wieder zurück – dies alles, um dank der längeren Tage im Sommer Strom für elektrische Beleuchtungen einzusparen.

Ein Verfahren, das von Beginn an umstritten war: Schon 1996 hatte der französische Senat beschlossen, der Regierung die Abschaffung der Sommerzeit vorzuschlagen. Die deutsche FDP wollte sie noch im Jahr 2004 beseitigen – und eine repräsentativ Umfrage des deutschen Emnid-Instituts im Auftrag der Zeitung «Bild am Sonntag» ergab kürzlich, dass fast zwei Drittel der Deutschen gegen die Zeitumstellung sind.

Ursprüngliches Ziel nicht erreicht

Gegen die Sommerzeit sprechen nach Ansicht vieler Menschen der bürokratische Aufwand und die Tatsache, dass der Körper sich an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnen muss. Dafür spricht heutzutage fast nichts mehr. Die Hoffnung, den Stromverbrauch zu reduzieren, hat sich jedenfalls nicht erfüllt, wie die EU-Kommission im November 2007 in einer Mitteilung an den Rat und das EU-Parlament schrieb. Studien der vergangenen Jahre in Frankreich, Bulgarien, Slowenien, Estland und Lettland zeigten demnach, dass die Einsparung gering war und zum Teil unter einem Zehntelprozent lag.

Eine aktuelle Untersuchung im US-Bundesstaat Indiana, der die Sommerzeit erst 2006 flächendeckend eingeführt hatte, belegte sogar, dass die Energiebilanz negativ ausfiel – wegen der höheren Heizkosten während der dunklen Morgenstunden.

EU: «Kaum Auswirkungen»

Trotz der vielen Stimmen gegen die Sommer- und Winterzeit schrieb die EU-Kommission in ihrem Bericht vom vergangenen Jahr dass die Zeitumstellung «nach wie vor angemessen» sei. Mit einer ernüchternden Begründung: Ihre Auswirkungen fielen kaum ins Gewicht, so die Kommission – einmal abgesehen «von der Begünstigung unterschiedlichster Freizeitaktivitäten» durch hellere Sommerabende. Zudem habe schliesslich kein Mitgliedstaat die Absicht geäussert, die Sommerzeit abzuschaffen.

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