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Würden Sie den Pulli eines Massenmörders tragen?

Wir sind alle abergläubisch. Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, Muster zu erkennen und Ereignisse zu verknüpfen. Manchmal auch die falschen.

Objekte können auch negativ aufgeladen sein: Eine Voodoo-Puppe wird malträtiert. Foto: iStock

Objekte können auch negativ aufgeladen sein: Eine Voodoo-Puppe wird malträtiert. Foto: iStock

Anke Fossgreen@Tamedia

Der Freund klopft auf Holz, bevor er ein Flugzeug betritt. Die Bekannte steigt morgens immer mit dem rechten Fuss aus dem Bett. Die Mutter drückt ihrem Kind die Daumen für eine Prüfung: «Toi, toi, toi.»

«Wir sind alle abergläubisch», sagt Lutz Jäncke, Neuropsychologe an der Universität Zürich. «Und wie!» Aberglaube sei eine Grundeigenschaft des Menschen. Das liege daran, dass unser Gehirn eine «Interpretationsmaschine» ist, sagt Jäncke.

So versuche das Gehirn stets Muster zu erkennen und in einen Zusammenhang zu bringen. Das hat sich in der Menschheitsgeschichte offenbar bewährt. Unser Denkorgan belegt zufällige Beobachtungen mit Bedeutungen. Das ist sinnvoll, sobald eine Handlung zu einer Belohnung führt, etwa als sich unsere Vorfahren bei der Jagd ruhig verhielten und dadurch mehr Nahrung bekamen. Oder wenn sie eine Gefahr erkannten, zum Beispiel weil der Genuss von bestimmten roten Beeren krank machte.

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