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Zu viel Anerkennung schadet dem Kind

Leistungsstarke Schüler verfügen über eine hohe Frustrationstoleranz, sagt eine Erziehungswissenschaftlerin. Doch diese werde im Elternhaus kaum gefördert.

«Kinder werden heute zu kleinen Egoisten erzogen»: Blick in die Tagesschule Bungertwies in Zürich. (Symbolbild)
«Kinder werden heute zu kleinen Egoisten erzogen»: Blick in die Tagesschule Bungertwies in Zürich. (Symbolbild)
Gaetan Bally, Keystone

Je besser Kinder mit Frustrationen umgehen können, desto erfolgreicher werden sie in der Schule und im Beruf. Zu diesem Schluss kommt die Erziehungswissenschafterin Margrit Stamm in einer neuen Untersuchung. Stamm stellte fest, dass leistungsstarke Schüler eine überdurchschnittlich hohe Frustrationstoleranz aufwiesen. Ein ähnliches Bild ergab eine Analyse bei Lehrlingen. Die Basis für diese Fähigkeit müsste früh gelegt werden, sagt Stamm in der «NZZ am Sonntag».

Doch eher das Gegenteil sei der Fall: «Die Kinder werden heute zu kleinen Egoisten erzogen.» Das wird auch seitens der Kindergärten bestätigt, die zunehmend Verhaltensauffälligkeiten registrieren. Auch die Kitas müssen vermehrt mit kleinen Prinzessinnen und Prinzen leben, die erst einmal lernen müssen, sich in einer Gruppe einzufügen. Die Ursache dafür liege in einer zu behütenden Erziehung, sagt Stamm. «Überdosierte Anerkennung macht die Kinder schwach.»

«Eltern haben die Tendenz, Weicheier zu sein»

Auch Philipp Ramming, Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Kinder- und Jugendpsychologie, sieht das Problem bei den Eltern: «Sie haben die Tendenz, Weicheier zu sein», sagt er der «NZZ am Sonntag». Väter und Mütter hielten negative Emotionen ihres Nachwuchses kaum mehr aus. «Sobald ihr Kind losbrüllt oder traurig dreinschaut, tun sie alles, um es wieder glücklich zu machen.» Sie befürchten, es könnte depressiv werden. Und sie wollen ihre Ruhe haben.

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