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Sonderjagd zeichnet sich ab

Während der regulären Jagd wurde im östlichen Oberland zu wenig Rotwild geschossen. Der Jagdinspektor fasst wiederum die Notmassnahme Sonderjagd ins Auge. Die Tiere vermehren sich rasant und werden

Die Population der Rothirsche im Kanton Bern wächst rasant. Vor der diesjährigen Jagd gab es 835 Tiere, 261 Stück mehr als nach Ende der vorjährigen Jagdsaison. Seit 2003 hat sich die Zahl der Tiere fast verdreifacht. Die Erhöhung des Bestandes ist vom Kanton zwar so gewollt, doch in einzelnen Gebieten lebt schon zu viel Rotwild, in der Fachsprache Massierung genannt. Ein Beispiel: Die Hirsche nagen Baumrinden ab, die Bäume faulen, der Schutzwald wird gefährdet. Zeichen von Überpopulation Besonders prekär ist die Situation im Wildraum 11 – das Gebiet nördlich des Thunersees, von Beatenberg, Sigriswil bis hin zum Hohgant. Hier habe der Bestand «die Zumutbarkeit überschritten», wie es in einem Papier des Jagdinspektorats zur Rotwildjagd heisst. Die Tiere wiesen schon vergangenes Jahr Zeichen der Überpopulation auf, wie beispielsweise untergewichtige Jungtiere. Der Kanton versucht die Situation durch die Jagd zu kontrollieren, doch diese harzt: Weil während der regulären und der Nachjagd nicht so viele Tiere wie erwünscht geschossen werden konnten, bewilligte das Jagdinspektorat im Jahr 2008 im Gebiet nördlich des Thunersees erstmals die «Notmassnahme» Sonderjagd. Trotz jener konnten die gewünschten Abschusszahlen nicht erreicht werden. Auch in Grindelwald? Heuer sieht es nicht besser aus: Von 119 im Wildraum 11 zum Abschuss freigegebenen Tieren wurden in der regulären Jagdperiode vom 1. bis am 19.September erst 34 Tiere, also knapp ein Drittel, erlegt. «Es ist wahrscheinlich, dass wir auch dieses Jahr wieder eine Sonderjagd bewilligen werden», sagt der kantonale Jagdinspektor Peter Juesy gegenüber dieser Zeitung. Entschieden werde nach der Nachjagd, die vom 10. bis am 31.Oktober dauert. Und gar eine Ausweitung auf den Wildraum 16, ins Gebiet Wengen–Grindelwald– Urbachtal, ist laut Peter Juesy wahrscheinlich: In diesem Gebiet wurde erst die Hälfte von 41 zum Abschuss freigegebenen Tieren erlegt. Insgesamt wurden für das gesamte Kantonsgebiet 220 Stück Rotwild in sieben Wildräumen zum Abschuss freigegeben.Nur in Beatenberg und Grindelwald, sowie in Saxeten und Wilderswil wurde die Vorgabe nicht erfüllt: In Saxeten und Wilderswil sind erst drei von sechs Stück geschossen. Warum aber können die Jäger die Abschusszahlen nicht erreichen? «Ein Problem ist sicher auch die Anzahl der Jäger», sagt der Präsident des bernischen Jägerverbandes, Peter Zenklusen. «Je mehr Jäger in einem Gebiet sind, desto mehr stören sie sich gegenseitig.» Das Rotwild sei sehr lernfähig: «Es fliehe oder halte sich lange still, wenn Schüsse gefallen seien», so der Jägerpräsident. Er sei aber überzeugt, dass sich die Jäger die Beute nicht mit Absicht verbrämten. Auch das schöne Wetter habe sicher einen Einfluss gehabt. Peter Zenklusen: «Die Tiere hielten sich in grosser Höhe auf, was die Jagd zusätzlich erschwert.» Fabian von Allmen >

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