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Das ist haar- sträubend !

Marco Zysset

Es gibt in der Architekturbranche Leute, die sagen, eine Standard-Lärmschutzwand, die keine Besonderheiten aufweist, zu zeichnen, würde einen Lehrling unterfordern. Trotzdem bezahlt der Kanton, ohne mit der Wimper zu zucken, 105 Arbeitsstunden à 110 Franken plus Nebenkosten für Architektur- und Ingenieurarbeiten beim Bau einer ebensolchen Standard-Lärmschutzwand. «Da staunt der Laie – und dem Fachmann kommen die Tränen», wurde mir am Gymnasium mit auf den Weg gegeben, wenn eine komplizierte Gleichung am Ende aufging. Dieses Zitat passt wie die Faust aufs Auge: Der Laie staunt ob dem Umstand, dass jemand zweieinhalb Arbeitswochen damit verbringen kann, 25 Meter Lärmschutzwand zu planen. Dem Fachmann kommen die Tränen – entweder vor Freude, weil er beim Kanton abkassieren kann, ohne wirklich überprüft zu werden – oder weil er zuschauen muss, wie offensichtlich sinnlos Geld verschleudert wird. Bauen ist keine Stärke des Kantons Bern – Mitholztunnel, Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrum (INO) oder Frauenspital sind tragische Beispiele dafür. Aber dass offenbar nicht nur bei Grossprojekten das Controlling versagt, sondern auch bei kleinen Standardaufträgen, ist schlicht haarsträubend. Und das Schlimmste: Es würde niemanden verwundern, wenn Oppligen kein Einzelfall wäre.m.zysset@bom.ch>

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