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Er guckt den Vögeln nach

Herr Grütter, unsere Vögel fliegen in den Süden. Dabei ist es bei uns doch immer noch schön warm. Ernst Grütter: Stimmt eigentlich. Die Klimaerwärmung beeinflusst auch das Leben unserer Vögel. Inwiefern? Es gibt Vogelarten, die ziehen heute schon später in den Süden und kommen im Frühling auch früher wieder zurück. Schauen Sie dort oben die Bachstelze! (Zeigt auf einen Vogel, der in luftiger Höhe vorbeifliegt.) Müsste die schon weg sein? Ja. Vor vielleicht 30 Jahren hätte man die um diese Zeit kaum mehr hier gesehen. Warum ziehen unsere Vögel eigentlich in den Süden? Wegen des Fressens. Sie gehen schlicht dorthin, wo es das für sie beste Nahrungsangebot gibt. Das ist seit der letzten Eiszeit so, also vor rund 10000 Jahren, und genetisch programmiert. Welches sind die extremsten Flieger? Die Rauchschwalbe gehört sicher dazu. Die geht bis nach Südafrika. Alle Insektenfresser sind gezwungen, in den Süden zu ziehen. Für einige reicht aber schon der Mittelmeerraum, andere ziehts nach Ostafrika oder eben ganz nach unten. Und stets am ersten Oktober-Wochenende verabreden sich alle für den Abflug? Nein, nein (lacht). Einige Vogelarten machen sich bereits im Sommer auf die Reise. Das geht alles sehr fliessend. In diesen Tagen aber ist die Chance am grössten, dass man viele Zugvögel sieht. Wie finden die den Weg? Sie orientieren sich an Geländemarken wie Bergzügen und Flüssen. Darum haben wir unseren Beobachtungsstand in Schwarzhäusern nahe der Aare. Und dann wissen wir, dass die Zuggruppen altersgemischt sind. Die alten Vögel lehren also die jungen. Wenns bei uns immer wärmer wird, können sich die Vögel die ganze Übung bald sparen. Daran mag ich nicht denken. Dann müssten in Langenthal schon Palmen wachsen. Stefan AerniSonntag, 4.Oktober, 9 bis 16 Uhr, beim Naturschutzgebiet Alte Kiesgrube in Schwarzhäusern. Der Anlass ist kostenlos. Wenn möglich Fernglas mitnehmen. Ernst Grütter (64) ist Präsident des Vereins für Vogelkunde und Vogelschutz Langenthal. >

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