Zum Hauptinhalt springen

Rad um 30 Jahre zurückgedreht

Die Postautostrecke von Grindelwald nach Meiringen feiert dieses Jahr das dreissigjährige Bestehen. Auf einer Extrafahrt mit Bussen aus dem letzten Jahrhundert lebten die

Dumpfes Brummen von Motoren ist Musik in den Ohren eines jeden Oltimerfreundes, und eine eigentümliche Fahrzeugkolonne liess die vielen Touristen in Grindelwald kurz aufhorchen und zum Fotoapparat greifen. In kurzer Folge fuhren, wie zu Grossvaters Zeiten, vier vollbesetzte Oldtimerbusse in Richtung Grosse Scheidegg. Ziel waren die Jubiläumsfeierlichkeiten zur dreissigjährigen durchgehenden Busverbindung von Grindelwald nach Meiringen. Erste Vorfreude auf die kommende, sehr spezielle Passfahrt kam beim kurzen Kaffeehalt am Oberen Gletscher auf. Sechzig Jahre Bustechnik, das älteste Fahrzeug stammte aus dem Jahre 1947 und das modernste aus dem Jahr 2007, standen in Reih und Glied auf dem Parkplatz beim Hotel Wetterhorn und warteten auf das Signal zur Abfahrt. Eine Fahrt bei strahlendem Sonnenschein und Bilderbuchwetter. Diese wird allen Teilnehmern und natürlich auch den Chauffeuren, einige waren sogar mit ihren eigenen, liebevoll gepflegten Wagen unterwegs, sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Zuerst war das MaultierBeim Festakt auf der Passhöhe beschrieb Rolf Müller, Ennet-moos, mit viel Herzblut den Idealismus der Busoldtimer Freunde. Fabian Schmid, Leiter Postauto Schweiz AG, Region Bern, beleuchtete die interessante Entwicklung vom Maultier über die ersten 6-plätzigen Postautos bis hin zum heutigen modernen Busbetrieb. Unternehmer Peter Balmer führte der Festgemeinde die langjährige Entwicklung vom Bahnhof Grindelwald über die Grosse Scheidegg bis hinunter zum Restaurant Schwarzwaldalp ausführlich vor Augen. «Es dauerte fünfzehn Jahre bis mein Vater Peter Balmer-Rieben seine Vision einer durchgehenden Buslinie Grindelwald – Meiringen verwirklichen konnte», sagte Peter Balmer. Ein Angebot, welches heute aus dem Tourismus im Oberland nicht mehr weg zu denken ist. Das Besondere an der Linie ist, dass für touristische Strecken keine Abgeltungen von Bund und Kanton vorgesehen sind, speziell für die Linie gebaute Fahrzeuge eingesetzt werden müssen und auch eine finanzielle Abgeltung an die Landbesitzer erfolgt. Insgesamt hat Grindelwald Bus seit 1960 zwei Millionen Franken an Abgeltungen an die verschiedenen Bergschaften im Gebiet ausgerichtet. Als Zukunftsvision wird derzeit eine «ÖV-Abgabe» pro Logiernacht geprüft, welche den Gästen der Beherberger entlang der Strecke im Rosenlauital und an der Grossen Scheidegg eine Gratisbenützung der Busse ermöglichen würde. Sitzbank als GeschenkKrönender Abschluss des Jubiläums bildete die Ehrung des leider verstorbenen Peter Balmer senior und seiner Frau Ruth Balmer durch Gemeinderpräsident Emanuel Schläppi und Ueli Baumann, Präsident der Bergschaft Scheidegg. Zur Anerkennung der grossen Pionierleistung wurde eine Sitzbank mit entsprechender Inschrift gestiftet und diese Ruth Balmer-Rieben persönlich übergeben.Samuel Hirsig>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch