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12 000 Kilo Kürbis zu verkaufen

Eine grosse Vielfalt an Kürbissen ist auf dem Rafzer Hof von Uschi und Josua Graf zu finden. Interessierte erfahren dort einiges über das vielseitige Gemüse.

. . . es vier Kürbisfamilien gibt: Riesen-, Garten-, Moschus- und Feigenblattkürbisse? . . . Kürbisse über zwölfmal mehr Karotin verfügen als Karotten? . . . Kürbisse Kalzium, Phosphor und Eisen enthalten? . . . Kürbisse bei Zimmertemperatur gelagert werden sollten? . . . Kürbisse einige Tage lang nachreifen? . . . Kürbisse reif sind, wenn die Farbe ausgeprägt ist, die Schale hart und der Stiel leicht hölzern? . . . Kürbisse länger haltbar sind, wenn die Schale dicker ist? . . . ein angeschnittener Kürbis innerhalb von zwei Wochen gegessen werden sollte? (ssi) Von Sarah Sidler Rafz – Ob Butternut, Halloween, Bischofsmütze oder Bluecurry – über 80 Speisekürbisse verkaufen Josua und Uschi Graf auf ihrem Hof im Rafzerfeld. Die Kürbisse sind nicht zu übersehen: Orange, gelb, dunkelgrün, gar grau und hellgrün-weiss gesprenkelt ziehen sie die Blicke der Autofahrer auf sich. Uschi Graf arrangiert ihre Verkaufsausstellung mehrmals täglich neu und steht ihren Kunden beratend zur Seite. Ein Halbtagesjob. «Ich verkaufe bis zu 50 Kürbisse pro Tag», sagt die 46-Jährige. Doch es sei ein Schönwettergeschäft: Bei Regen hält kaum einer an, um einzukaufen. Vergangene Woche hat Graf die letzten Kürbisse geerntet. «Sie vertragen keinen Bodenfrost.» Auf rund 30 Aaren sind bis 12 000 Kilogramm Speise- und Zierkürbisse für den Direktverkauf gewachsen. Dazu kommen mehrere Tonnen, die die Grafs für einen benachbarten Hof produzieren, der Grossverteiler beliefert. Im farbenfrohen Angebot stechen die kleinen Zierkürbisse in hölzernen Harassen ins Auge: Es ist erstaunlich, welche fantasievollen Formen und Farbkombinationen die Natur hervorbringt. Nebenan findet man eher seltene Exemplare aufgereiht. Sie sind meist riesig und speziell geformt: Einer sieht aus wie ein Riesenzucchetto, ein anderer ist mit tiefen Spalten versehen. Um die Qual der Wahl der Kunden zu mindern, haben die Grafs auf einem umgestalteten Traktoranhänger die beliebtesten Speisekürbisse in diversen Grössen aufgereiht. Auf 14 Merkblättern werden Geschmack und Konsistenz beschrieben. Zusätzlich ist angegeben, für welches Gericht sich die einzelnen Sorten eignen. So findet man heraus, dass der beliebte Halloween faseriges Fleisch hat. Im Ranking der Speisekürbisse liegt er auch wegen seines wässerigen Geschmacks weiter hinten. Er eignet sich eher zur Halloween-Fratze als zum Verzehr. «Intensiv im Geschmack ist beispielsweise der Butternut und der Muscat de Provence», weiss Graf. Letzterer wird besonders von Restaurantköchen geschätzt: Nicht nur wegen seines feinen Geschmacks: Dank seiner Grösse gibt er mehrere Liter Suppe her. Als Neuentdeckung preist die Rafzerin den Bluecurry an. Der blaugraue Kürbis zeichnet sich durch einen Geschmack aus, der leicht an Marroni erinnert. Die Mutter dreier Kinder verarbeitet Kürbisse zu Suppe, Kuchen, Tortellinifüllung, Salat, Beilage oder Dessert. Mehr als einmal wöchentlich kommt das Gemüse jedoch auch bei ihr nicht auf den Tisch. Nachfrage steigt «Die Amerikaner essen den Kürbis häufig süss», weiss Graf. Letzthin habe sie gehört, dass sie den Acor-Kürbis halbieren, im Ofen garen und dann mit Zucker oder Ahornsirup gesüsst als Nachspeise geniessen. Die Amerikaner schätzen den Kürbis schon lange als Nahrungsmittel. In der Schweiz hingegen war der Kürbis bis vor wenigen Jahren als Schweinefutter oder Armenessen verschrien. Die hiesigen Sorten seien wässerig im Geschmack und faserig in der Konsistenz, wenn man sie mit solchen aus Übersee vergleiche. Doch mit dem wachsenden Bewusstsein für gesundes Essen ist auch in der Schweiz die Nachfrage nach Kürbis gestiegen: «Vor 16 Jahren verkaufte ich meine ersten Zierkürbisse. Seitdem hat sich mein Angebot stets vergrössert», sagt Graf. Ende Oktober wird die Verkaufsausstellung wegen der Kälte reduziert. Kürbisse gibt es aber bis Ende Dezember. Feine Kürbisrezepte gibt es unter:www.speisekürbis.de Josua und Uschi Graf stecken viel Zeit in ihre Kürbisverkaufsausstellung im Rafzerfeld. Foto: David Baer

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