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120 Mitarbeiter verlieren die Stelle bei Givaudan

In der Gemeinde Lindau droht nun ein Anstieg der Arbeitslosigkeit und ein drastischer Ausfall von Steuergeldern.

Von Noémi Weber Kemptthal – Der weltweit tätige Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan gab gestern bekannt, dass er ab dem Frühjahr 2012 in Kemptthal in der Gemeinde Lindau bis zu 120 Stellen abbauen will. Mit Frühpensionierungen und natürlichen Abgängen möchte Givaudan den Abbau sozial verträglich gestalten. Kündigungen seien aber unumgänglich. Betroffen ist der Bereich für Pulvermischungen von Suppen und Snacks, der nach Mako in Ungarn verlagert werden soll. Die Produktion von Prozess-Aromen sowie die Produktentwicklung für kulinarische Produkte soll weiterhin in Kemptthal bleiben. Viele Lindauer betroffen Viele der betroffenen Mitarbeiter wohnen in Lindau. Die Gemeinde mit 5000 Einwohnern befürchtet nun einen hohen Ausfall von Steuergeldern und ein Anstieg der Arbeitslosigkeit. Gemeindepräsident Fritz Jenzer wurde nicht über das Vorhaben informiert: «Ich habe davon aus den Medien erfahren.» Er wusste lediglich, dass Givaudan die Produktionsstandorte überprüft. Jenzer wollte noch keine Vermutungen anstellen, was mit dem Standort Kemptthal passiert. Zuerst wolle er mit den Vertretern der Givaudan sprechen. «Keine gute Entwicklung» Givaudan wurde 1895 in Zürich gegründet und zog drei Jahre später nach Genf um. Heute ist sie weltweit tätig und beschäftigt rund 8500 Mitarbeiter, davon 280 in Kemptthal und 480 in Dübendorf. In den letzten fünf Jahren wurden dort über 60 neue Stellen geschaffen. 1946 übernahm Nestlé die Firma Maggi, betrieb sie aber weiter. «Als Nestlé jedoch 2002 den Standort aufgab und die Herstellung nach Deutschland verlagerte, kaufte Givaudan die Liegenschaften», sagt Ueli Müller, Stadtrat von Illnau-Effretikon (SP) und Mitglied des historisch tätigen Hotzehuus-Vereins in Illnau. Die Maschinen der Maggi-Fabrik seien veraltet gewesen und die Fabriken im Ausland moderner ausgerüstet. Müller bedauert, dass Givaudan so viele Stellen abbaut und die Produktion verlagert wird. «Dies ist keine gute Entwicklung.» Das neue Produktionszentrum in Ungarn würde 170 Millionen Franken kosten. Die Investition verteilt sich auf die kommenden drei Jahre. Neben der Fabrik in Kemptthal wird auch diejenige im englischen Bromborough mit 150 Mitarbeitern geschlossen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

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