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Afro-Pfingsten Lauter Königinnen in Winterthur

Frauenabende haben an den Winterthurer Afro-Pfingsten Tradition. So war der diesjährige Sonntagabend mit dem Titel «Woman Voices» keine Ausnahme. Dennoch stach er in seiner Vielfältigkeit hervor. Und in seiner generösen Auslegung der afrikanischen Idee. Da war zum Beispiel Diana King. Die Jamaikanerin fasziniert mit ihren asiatischen Zügen und ihrer leicht androgynen Erscheinung, aber noch umwerfender sind ihre Bühnenrasanz und die Kraft ihrer Stimme, die mitunter in ein hochpotentes Falsett hinaufsaust. Geradezu genial ist, wie die Sängerin ihre mit vielen Covers gespickte Kreuzung aus Soul und Dancehall auf einen schieren Bass- und Schlagzeug-Rahmen reduziert: Wucht trifft da auf Harmonie. Umso feinfühliger war danach der Auftritt der malischen Sängerin Oumou Sangare. Einer Königin gleich hielt sie musikalisch Hof, strahlend in ihrer geflochtenen Haarpracht, begleitet von einem Tross traditioneller Instrumentalisten und von zwei quirligen Tänzerinnen. Getragen von der satten Polyrhythmie der Djembe, der Kora, der Kalabassen, sang sie mit warmer Stimme von der herzerweichenden Schönheit der Frau («Seya»). Oder von der herumlungernden Jugend in Bamako («Yala»). Und sie lächelte immerzu. Sehr amerikanisch kam schliesslich die Darbietung von Joy Denalane daher – obwohl die in Berlin geborene Südafrikanerin meistens deutsch sang. Angetrieben von einem konventionellen, aber jazzreichen Soul und umgeben von einem geradezu Diana Ross’schen Flair, ermahnte sie: «Du hast ’ne Frau in mir, ’n Freund in mir, ’ne Schwester in mir» («Was auch immer») . Immerhin war damit der Ton der pfingstlichen Botschaft etabliert. (bv)

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