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Alkohol ist im Lufinger Jugendhaus okay

Im Jugi Päng werden seit 1. Januar Bier und alkoholische Mischgetränke an über 16-Jährige verkauft. Der Versuch dauert bis Mitte Jahr.

Von Sandra Zrinski Lufingen – Peer Wieschmann, Betreuer im Lufinger Jugendhaus Päng, hat in der Gemeinde schon öfters Jugendliche beobachtet, die an Bushaltestellen oder auf Spielplätzen Bier getrunken haben. «Mir ist es lieber, sie machen das im Jugendhaus, wo ich sie im Auge habe und bei Problemen einschreiten kann», sagt er. Eine Umfrage unter den Lufinger Jugendlichen zeigte, dass einige das Jugi besuchen würden, wenn sie dort auch mal ein Bier trinken dürften. Der Lufinger Gemeinderat hat nun einem Versuch zugestimmt, mit dem der Alkoholausschank an Jugendliche im Päng vom 1. Januar bis zum 30. Juni getestet wird. Die Bedingungen dafür sind klar festgelegt. So werden nur alkoholische Getränke mit maximal 5 Volumenprozent und höchstens ein Liter pro Abend und Person verkauft. Nicht alkoholische Getränke sind deutlich günstiger als Bier und Mischgetränke. Und Prozentiges gibt es nur, wenn Peer Wieschmann im Jugendhaus ist. Gesetz wird eingehalten Wer noch keine 16 Jahre alt ist, wird auch in Zukunft keinen Alkohol im Päng konsumieren können. «Die gesetzlichen Vorschriften werden eingehalten», sagt Wieschmann. Es werde darauf geachtet, dass die jungen Besucher keine alkoholischen Getränke von ihren älteren Kollegen bekommen. Das Mitbringen aller Art von Alkohol bleibt verboten. Kommt ein Jugendlicher alkoholisiert ins Päng, wird er abgewiesen. «Extreme Fälle werden wir auffordern, zu bleiben, und ausserdem die Eltern benachrichtigen», sagt Wieschmann. Er habe aber die Erfahrung gemacht, dass die Jugendlichen gut aufeinander acht geben, sodass es gar nicht so weit komme. Und wer mit dem Töffli kommt, für den gelte null Promille. «Da ich die Jugendlichen kenne, kann ich das durchsetzen.» Der Jugendarbeiter schliesst nicht aus, dass das neue Angebot Jugendliche aus anderen Gemeinden anlocken könnte. «Wir wollen keine Konkurrenz sein. Es muss sich nun erst einmal zeigen, wie der Versuch herauskommt.» Gute Erfahrungen andernorts Lufingen ist nicht die erste Gemeinde, die Alkohol im Jugendhaus ausschenkt. 2006 wurde damit unter anderem im Jugi Wädenswil gestartet, und seit über drei Jahren wird im stadtzürcherischen Jugendkulturlokal Planet 5 Bier im Beisein der Jugendarbeiter ausgeschenkt. Gerald Knoll, Leiter des Planet 5, zieht ein klares Fazit: «Es war unproblematischer als erwartet, den Betrieb mit Alkoholausschank für Jugendliche zu führen.» Vieles laufe einfacher, als man bei der Ausarbeitung des Konzepts angenommen habe. Für Knoll ist nicht nur die Frage wichtig, ob Alkohol in Jugendhäusern ausgeschenkt werden soll. «Man kann das Ganze auch aus einer anderen Perspektive betrachten: Sollen sich Erwachsene und damit Jugendarbeiter den Zugang zu Jugendlichen, die Alkohol trinken, versperren?» Eine fest definierte Limite bei alkoholischen Getränken im Jugendhaus erachtet er als wenig sinnvoll. «Man lernt den Umgang mit Alkohol nicht, wenn vorgegeben wird, wie viel man trinken darf. Das muss jeder Einzelne selber herausfinden.» Dennoch hält er alkoholfreie Räume und Zeiten in Jugendhäusern für wichtig und sinnvoll. Der Zeitpunkt des Alkoholausschanks wird sich nach dem Alter der Zielgruppe richten.

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