Zum Hauptinhalt springen

Alte Linde vorläufig gerettet

Der Gemeindepräsident von Fällanden hat eine Linde, die fast gefällt wurde, unter Schutz gestellt.

Von Stephan Kälin Fällanden – Gemeindepräsident Richard Hirt hat schnell reagiert: In Eigenregie hat er eine vorsorgliche Schutzmassnahme für die Linde im Fällander Haufland-Quartier ausgesprochen. Mit dem Präsidialentscheid verfügte er ein einjähriges Veränderungsverbot. «Die Abteilung Planung und Bau ist damit beauftragt, unverzüglich ein Gutachten über den Zustand der Linde einzuholen», sagt er. Der Gemeinderat muss dann über die Schutzwürdigkeit der Linde entscheiden. Fast wäre das nicht mehr nötig geworden, denn am vergangenen Donnerstag heulten bereits die Motorsägen auf. Arbeiter waren angerückt, die gut 28 Meter hohe Quartierlinde im Auftrag der Verwaltung Wincasa zu fällen. Empörte Anwohner und ein Vertreter der Gemeinde konnten nicht verhindern, dass die Arbeiter einige Äste absägten. Erst die alarmierte Kantonspolizei stoppte die Arbeiter. Der vereitelten Fällaktion ging ein mehrmonatiges Hin und Her um die Linde voraus. Die Wincasa als Verwalterin und die Credit-Suisse-Pensionskasse als Eigentümerin der Wohnsiedlung wollten den Baum fällen lassen, weil sie ihn als Sicherheitsrisiko taxieren. Im vergangenen Oktober 2010 aber sammelten Mieter 61 Unterschriften zur Rettung der Quartierlinde und baten die Verwaltung, vom Vorhaben abzusehen. «Der Baum ist für viele Quartierbewohner ein Stück Lebensqualität und ein guter Schattenspender für den Spielplatz», sagt Christoph Ramseyer, der Initiant der Unterschriftensammlung. Zwei von den Mietern in Auftrag gegebene Untersuchungen bescheinigen dem Baum eine gute Gesundheit. Ein nächster Sicherheits-Check sei frühestens in fünf Jahren nötig, meint der eine Fachmann. Auch Wincasa stützt sich auf Gutachter, für die die Linde ein Risiko darstellt. Die Mieter konnten die Verwaltung bei einem Gespräch am 1. Februar nicht umstimmen. In der Zwischenzeit haben sie sich an die Gemeinde gewandt und beantragten, dass der Baum ins Inventar geschützter Objekte aufgenommen würde. Wincasa wartet auf Begründung Als studierter Forstingenieur versteht Gemeindepräsident Hirt die Emotionen um die Linde, weist jedoch auch darauf hin, dass ein Schutz nur dann Sinn mache, wenn der Baum tatsächlich gesund sei. Die Eigentümerschaft habe gegen seinen Beschluss zudem ein Rekursrecht. «Sollten sie dies wahrnehmen, würden wir wohl aufschiebende Wirkung beantragen, bis die Schutzwürdigkeit abgeklärt ist», sagt Hirt. Wincasa wartet vorerst auf die schriftliche Begründung der Gemeinde – erst dann entscheiden die Verantwortlichen über das weitere Vorgehen. «Es geht uns nicht darum, dass die Linde partout verschwinden muss, sondern dass wir die Verantwortung für das Risiko, das derzeit besteht, nicht tragen können», sagt Dieter Beeler von Wincasa. «Wir wollen sicher sein, dass nichts passiert.» Nur einige Äste konnten die Arbeiter vor einer Woche absägen.Foto:James D. Walder

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch