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Altersheim versieht Senioren mit Peilsendern

Das Alterszentrum Lanzen in Stäfa setzt auf GPS-Technik, um zu verhindern, dass «aktive Bewohner mit kleinen Denkschwächen» auf einem Spaziergang verloren gehen. Das sei kein Eingriff in deren Autonomie, versichern die Betreuer.

Von Maria Zachariadis Stäfa – Monat für Monat verschwinden im Kanton Zürich Altersheimbewohner. Sie gehen auf einen Spaziergang und kommen einfach nicht mehr zurück. Die Ursache ist meist einfach: Ihr Orientierungsvermögen hat sie plötzlich im Stich gelassen. Etwas weniger einfach ist die Suchaktion, die in solchen Fällen nötig wird. In der Regel schalten die Betreuer die Kantonspolizei ein, und diese wendet sich mit einem Aufruf an die Bevölkerung. All das liesse sich vermeiden. Wenn Myrta Raggenbass das Alterszentrum Lanzeln in Stäfa verlässt, kann sie nicht vom Radar verschwinden. Das ist ziemlich wörtlich gemeint: Sie erscheint dann als Punkt auf einer Karte, die ein Computerbildschirm anzeigt. Myrta Raggenbass hat sich zur Verfügung gestellt, um das Gerät zu demonstrieren, auf welches das Stäfner Heim setzt, damit verloren gegangene Seniorinnen und Senioren jederzeit wieder auffindbar bleiben. Es basiert auf der GPS-Technik, dem mit Satelliten betriebenen Ortungssystem. Der sogenannte Lokator, ein Sender, der kleiner ist als ein Handy, lässt sich mit einem Gurt am Körper tragen. In wenigen Handgriffen ist Myrta Raggenbass damit ausgerüstet. Jetzt befindet sie sich quasi in der Obhut der Satelliten. Ihre Position kann jetzt auf 5 Meter genau bestimmt werden – und das weltweit. Mehr Bewegungsfreiheit Was wie ein Eingriff in ihre Autonomie erscheint, ist nach Ansicht der Heimleitung das Gegenteil davon: Es gehe nicht um die Überwachung der Heimbewohner, sondern darum, ihnen Freiheit zu geben, ohne dass dies auf Kosten ihrer Sicherheit gehe, sagt Patrizia De Bona, Leiterin Pflege und Betreuung. Die GPS-Sucher seien die würdige Alternative zum konventionellen Überwachungssystem. Dieses heisst «Weglaufschutz». Die Senioren tragen dabei einen Chip, mit denen sie an den Ausgängen einen Alarm auslösen – ähnlich wie Ladendiebe. «Wir dagegen wolltenihnen einen grösseren Radius an Bewegungsfreiheit geben», sagt De Bona: Deshalb sei die Wahl auf den GPS-Lokator gefallen. Früher genügte ein Adressschild Ausgerüstet damit werden jene Heimbewohner, die zwar körperlich fit genug sind, um allein spazieren zu gehen, die aber gelegentlich Mühe bekunden, den Heimweg zu finden. So wie jene kürzlich erst ins Stäfner Heim eingetretene Frau, die sich zwar gut auskennt in ihrem eigenen Dorf, aber trotzdem hie und da die Orientierung verliert. Früher hätte man ihr ein kleines Schild mit der Adresse des Altersheims umgehängt, damit Passanten ihr in der Not behilflich sein könnten. «Heute zeigt uns der Computer auf der Karte innert Minuten ihren genauen Standort», sagt Patrizia De Bona. Das sei das beste Mittel, um für «aktive Bewohner mit kleinen Denkschwächen» Freiheit und Autonomie erfahrbar zu machen. In der Stäfner Lanzeln sind die Zeiten vorbei, als das Personal im ganzen Dorf ausschwärmen musste, um einen Bewohner oder eine Bewohnerin wieder zu finden. Viele andere Alters- und Pflegeinstitutionen setzen aber noch nicht auf die neue Technik. Die Stäfnerin Myrta Raggenbass lässt sich zu Demonstrationszwecken das GPS-Gerät umschnallen.Foto: Reto Schneider

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