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Altmetall für 7000 Autos

In 20 bis 30 Jahren wird die Deponie bei Krauchthal gefüllt sein. Mit einer neuen Anlage will die Kewu AG einige Jahre gewinnen.

Schon von weitem hört man das Rattern und Knattern des gelb-grauen Kolosses: Auf der Deponie der Kewu AG verrichtet seit einigen Wochen die neue Entschrottungsanlage ihren Dienst. Rund 2,3 Millionen Franken war sie der Unternehmung wert; gut investiertes Geld, wenn man Verwaltungsratspräsident und SP-Grossrat Peter Bernasconi fragt: «Unser Ziel ist es, möglichst wenig Material deponieren zu müssen. Mit der neuen Anlage kommen wir diesem Ziel einen Schritt näher.» In Zahlen bedeutet das: Statt wie bisher 50000 Tonnen werden dank grösserer Kapazitäten neu gut 60000 bis 70000 Tonnen Schlacke aufbereitet. Aus dem verbrannten Müll holt die Anlage rund 4000 Tonnen Eisen und etwa 800 Tonnen Aluminium, Kupfer und andere Metalle raus, alles Stoffe, die wiederverwendet werden. Mit einer eindrücklichen Zahl beendet Bernasconi die Zahlenspiele: «Mit den Metallen, die wir aus der Schlacke entfernen, könnte man jährlich 7000 Autos bauen.»Die dritte AnlageSeit 1972 wird im Betrieb in Hub bei Krauchthal der Haus- und Industriemüll im Einzugsgebiet bearbeitet und deponiert. Was damals als Verbrennungsanlage entstand, wird heute nur noch als Kompostierwerk und Deponie benützt. Nachdem der Müll von rund 250 Gemeinden in den Kantonen Bern und Solothurn in der Anlage der Kebag AG in Zuchwil verbrannt wurde, tritt er den Weg nach Hub an. Seit 2001 wird er hier in einer Anlage gefiltert, wobei die damaligen Maschinen lediglich magnetische Metalle entfernen konnten. Nach 2006 steht nun bereits die dritte Entschrottungsanlage in der Laufegrube, «die weltweit modernste», wie Jan Groothoff, der Vertreter des holländischen Lieferanten Recco, zu berichten weiss. Dadurch, dass nun auch die feinen Metallstücke ausgesiebelt werden können, wird gleichzeitig die Reinheit der Schlacke erhöht und die deponierte Menge verringert. Laut dem administrativen Leiter Daniel Trachsel werde die Deponie so ein bis zwei Jahre länger Platz für den Müll der Gemeinden bieten: «In 20 bis 30 Jahren wird hier dennoch Schluss sein.»«Leiser als bisher»Dann wird das einstige Tal beim Bantigers zu einem grossen Teil mit Schlacke gefüllt, und die Spuren der Deponie werden durch die geplante Renaturierung bestmöglich verwischt sein. Fraglich ist, ob die Anlage am neuen Standort wiederum auf so verständnisvolle Nachbarn treffen wird wie zurzeit: Paul und Elisabeth Binggeli leben seit 1995 in einem Bauernhof oberhalb der Deponie und haben sich nie beklagt. «Unterdessen haben wir uns an den Lärm gewöhnt», sagt der pensionierte Binggeli und ergänzt: «Die neue Maschine ist sogar leiser geworden.» ChristianZeier>

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