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Am Hafen scheint Ruhe eingekehrt zu sein

Die Uetiker Polizei versteht Prävention als engen Kontakt zum Volk. Im Fall der Dorfhaab hatte sie einigen Erfolg.

Uetikon. - Daniel Capaul braucht oft das Wort Community Policing, den neudeutschen Ausdruck für bürgernahe Polizeiarbeit. Teil davon sind Velopatrouillen des Uetiker Polizeichefs. Da ergebe sich schon das eine oder andere Gespräch im Vorgarten, sagt er. Zudem wüssten die Uetiker dann, wer er sei, und es spräche sich herum, dass die Polizei ein Ohr für die Sorgen und Nöte habe. Diese Methode hat aber auch ihre Schattenseite. Nur weil er und sein Kollege Ivo Fisch mit ihren blauen Hemden als Polizisten erkennbar seien, glaubten viele, sie müssten ihnen sagen, was «auch noch zu tun» sei. «Zudem schauen die Leute einfach zu viel fern», hält Capaul fest. Wenn in Serien wie «CSI Miami» Fingerabdrücke auf 10-Dollar-Noten festgestellt würden, glaubten viele, das sei wirklich möglich. Das gehe aber gar nicht. Dennoch heisse es, die Uetiker Polizei könne doch anhand der Abdrücke auf herumliegenden Bierbüchsen die «Täter» eruieren. Reden und spüren Das Thema Jugendliche beschäftigt auch die Uetiker, wie Capaul und der Sicherheitsvorstand Markus Hafner bestätigen. «Ich bin mir nicht zu schade, zu ihnen hinzugehen, ein bisschen zu schnorren und zu spüren, was da läuft», erklärt Capaul in seinem Bündner Dialekt. Den Dialog hält er für einen wichtigen Teil seines Jobs und für die beste Prävention. Er geht in die Schulen, um die Schüler über gewisse Dinge zu informieren und mit ihnen zu sprechen. Doch ist es die Aufgabe der Polizei, in Schulen Prävention zu leisten? Ja, findet Capaul, denn er könne gewisse Dinge besser rüberbringen als ein Schulleiter oder ein Lehrer. Gemeint sind Themen wie Vandalismus oder Sachbeschädigungen, aber auch das Verhalten gegenüber der Polizei: «Wenn die Jugendlichen wissen, dass ich nicht der Bulle oder der Schmier bin, sondern Dani Capaul, wird es eben persönlicher.» Jugendliche in die Pflicht nehmen Es sei auch schon vorgekommen, dass ein Schüler ungefragt auf ihn zugekommen sei und gefragt habe, ob es hinsichtlich eines Problems besser geworden sei. Capaul wunderte sich darüber. «Wissen Sie, ich schaue eben ein bisschen, dass die anderen keinen Unfug machen», erklärte ihm der Jugendliche. Es ist eine Methode des Uetiker Community Policing, sich mit potenziellen Unfriedensstiftern vertraut zu machen und diese in gewissem Mass einzuspannen. Dies ist auch am Uetiker Hafen geschehen. Dort sorgten Mitte Mai Vandalen für öffentliche Erregung, weil sie das Schiffshäuschen beschädigt sowie ein Boot gekapert und verunreinigt hatten. Hafner ist der Meinung, das Wegwerfen und Liegenlassen von Abfall sei auch in der Dorfhaab ein Problem. Die Bootsbesitzer ärgerten sich darüber. Aber: «Wir haben viele Junge, die irgendwo sein müssen», sagt Hafner, «und der Hafen ist eben ein schöner Ort.» Würden sie sich nicht am See aufhalten, wären die Jugendlichen im Dorf anzutreffen. «Es soll mir mal jemand sagen, wo sie dort sein sollen», fragt Hafner rhetorisch. Wenn Uetikon keine grösseren Probleme habe, seien die Behörden auf dem richtigen Weg, meint Capaul dazu. Untätig geblieben sind Polizei und Securitas indes nicht. Sie hätten das Problem angeschaut, mit den Jugendlichen geredet und einen von ihnen als Verantwortlichen bestimmt, sagt der Polizeichef: «Als wir danach kontrollierten, war es wie geschleckt.» Böötler vorsichtig optimistisch Den Eindruck, die Situation am Hafen habe sich gebessert, bestätigen in gewisser Weise zwei direkt Betroffene. Roberto Wirz, dessen Boot losgebunden und mit Abfall verschmutzt worden ist, betont zwar, in letzter Zeit nicht oft vor Ort gewesen zu sein. Er habe aber den Eindruck, es liege nicht mehr so viel Abfall herum. Dasselbe sagt Konrad Meier, ein anderer Schiffsbesitzer. Er führt die Besserung allerdings darauf zurück, dass neuerdings am Morgen ein Gemeindemitarbeiter am Hafen aufräumt. Allerdings sei kürzlich wieder eine Scheibe des Schiffhäuschens eingeschlagen worden. Grundsätzlich könne er jedoch die Arbeit der Uetiker Kommunalpolizei nicht beurteilen, denn er habe diese noch gar nie gesehen.

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