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Amag will zu einer Lehrlingsakademie werden

Das Amag-Automobil-Ersatzteillager in Buchs braucht gut ausgebildete Lageristen. Die Lehrlingsausbildung wird ausgebaut.

Von Sarah Sidler Buchs – Noch vor zwei Jahren herrschte Lehrstellenmangel. Heute buhlen vor allem handwerkliche Betriebe um gut qualifizierte Schulabgänger. So auch das Amag-Ersatzteillager in Buchs. Die Firma am Furtbach will im Jahr 2014 45 Logistik- und Detailhandelsfachmann-Lehrlinge ausbilden. Das sind dreimal mehr als heute und entspricht rund zehn Prozent aller Angestellten. «Unser Betrieb braucht dringend Nachwuchs im Lager. Es gibt zu we-nig ausgebildete Logistiker», sagt Beat Jaeggi, Direktor der Amag in Buchs. Umschulungen reichen nicht aus, um den heutigen Anforderungen des Berufs vollumfänglich zu entsprechen. Die Arbeit wandle sich, die Komplexität steige. «Ein Lagerist fährt nicht einfach nur Stapler», sagt Jaeggi. Um an die benötigten Nachwuchskräfte zu kommen, wird die Amag jetzt aktiv: «Wir müssen Vorurteile abbauen», sagt Jaeggi. Das Berufsbild wirke auf viele Jugendliche nicht attraktiv. Um dies zu ändern, informiert die Amag an Berufswahlabenden in der Region und lädt Schulen zu Führungen durch die riesigen Lagerhallen in der Buchser Industrie ein. Shoppingcenter für Garagen «Es ist nicht mehr selbstverständlich, gute Lehrlinge zu finden», weiss Jaeggi. Schüler mit guten Noten bevorzugen oft eine kaufmännische Lehre oder das Gymnasium. Gute PC-Kenntnisse seien jedoch auch für Logistiker unabdingbar. Viele Prozesse funktionieren automatisch. Weiter arbeite man unter Zeitdruck: «In einer Stunde muss sich die Bestellung am Warenausgang befinden.» Kein einfaches Unterfangen: Im grössten Automobil-Ersatzteillager der Schweiz liegen auf über 40 000 Quadratmetern 120 000 Einzelteile. Das Shoppingcenter für Garagen hat alles, was es rund ums Auto braucht. 14 000 Teile verlassen täglich per Lastwagen und per Bahn das Ersatzteillager. Die Lehrlinge müssen also auch Abläufe und Prozesse erkennen und strukturiert vorgehen. Grosse Hoffnung setzt Jaeggi in die Mund-zu-Mund-Propaganda: «Wir haben unsere Mitarbeiter dazu aufgerufen, in ihrem Umfeld von unseren Logistik- und Detailhandelsfachmann-Lehren zu erzählen.» Gemäss dem Lehrlingsverantwortlichen Christian Meier trägt diese Aktion bereits Früchte: «Mir liegen bereits potenzielle Bewerbungen für die offenen Lehrstellen vor», sagt er. Einige der Schulabgänger beziehen sich darin auf Gespräche mit Mitarbeitern. Weiter will die Amag in internen Zeitschriften ihre Lehrstellen bewerben und anhand detaillierter Informationen zu den beiden Berufsbildern im Internet zeigen, wie attraktiv eine Lehre in ihrem Betrieb ist. «Wir bieten eine umfassende Ausbildung an. Alles, was eine Logistik- oder Detailhandelsfachmann-Lehre zu bieten hat, erlernt man bei uns in drei Jahren», sagt Jaeggi. Die Lehrlinge bedienen hochkomplexe, automatisierte Systeme, haben mit einer grossen Produktvielfalt zu tun und arbeiten manuell. Die Amag hofft, dass möglichst viele Lehrabgänger in der Firma bleiben: «Die Lehrlinge sind die bestausgebildeten Mitarbeiter», ist Jaeggi überzeugt. In ihrer Ausbildungszeit durchlaufen sie 14 Stationen. Dazu gehören der Wareneingang mit Kontrolle, die Einlagerung der Artikel, die Bereitstellung der Bestellungen und der Verlad. Damit die künftigen Lehrlinge in ihrer Ausbildung gut betreut sind, rekrutiert die Amag derzeit intern Mitarbeiter, die sich zu vollamtlichen Lehrlingsbetreuern ausbilden lassen: Künftig sollen sich zehn Lehrlingsbetreuer, zwei davon vollzeitlich, um die Ausbildung der Lehrlinge der Amag in Buchs kümmern. Christian Meier (links) mit den Lehrlingen Mirsad Pepic und Nassim Jerbi im automatischen Kleinteilelager.Foto: René Kälin

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