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Angeln in der Agglo

Auch wenn die Profis lieber am fischreichen Yukon oder in Irland ihren Köder übers Wasser schwingen: Der Glattparksee in Opfikon ist ideal zum Fliegenfischen.

Von Andreas Mäder Opfikon – Zwischen Fernsehstudio und den Wohnblöcken des Glattparks stehen 16 Fliegenfischer nebeneinander am Ufer des künstlichen Sees und werfen gekonnt die Angel aus. Ruhig und konzentriert heben sie den Wurfarm und lassen die Schnur elegant über die Wasseroberfläche tanzen. Einen Köder hat niemand an der Schnur befestigt. Trockenübungen am Seeufer sind angesagt. Unter den strengen Augen von Meisterfischer Hansruedi Hebeisen und seinen Assistenten feilen die Teilnehmer an ihrer Technik. Sie besuchen einen Grundkurs in der Hohen Schule des Fliegenfischens – am heutigen vierten Abend wirken die Bewegungsabläufe bei den meisten bereits flüssig und professionell. «Die Grundwurftechnik muss drin sein, sonst geht es nicht», erklärt Hebeisen. Der Kursleiter geht von Teilnehmer zu Teilnehmer – lobt, verbessert und kritisiert. Der 68-Jährige ist in Fischerkreisen eine lebende Legende. In den 60er-Jahren hielt er für einige Zeit den Weltrekord des weitesten Wurfs beim Fliegenfischen. Und er entwickelte eine eigene Wurftechnik, die nach ihm benannt ist. Hebeisen bietet seit 45 Jahren Kurse an. Mit ständig steigender Nachfrage. Lange fanden sie in der Nähe des Hotels Airport an der Glatt statt. Platz für 20 Lehrlinge Mit der Eröffnung des Glattparks verlegte Hebeisen seine Kurse an den Stadtrand – denn der Park bietet ein optimales Umfeld. Viel Platz auf der Wiese für erste Wurfübungen – und ein grosses Gewässer, das Raum bietet für bis zu 20 Kursteilnehmer. Hinzu kommt, dass der Glattpark mit Auto und öffentlichem Verkehr sehr gut erreichbar ist. Und er ist in der Nähe von Hebeisens Geschäft in Seebach. Beim Fliegenfischen imitiert der Fischer mit dem Köder an seiner Angel die Bewegungen eines Insekts über der Wasseroberfläche. Wenn der Fisch nach der vermeintlichen Beute schnappt, hängt er am Haken. Doch die Technik ist nicht einfach zu lernen. Etwa einer von tausend Würfen sei bei ihm perfekt, erzählt ein Kursteilnehmer lachend. Doch die Fischer sind sich einig: Fliegenfischen hat Stil. Instruktor Ernst Leeger sagt: «Beim Fliegenfischen wird man eins mit der Natur.» Es sei die beste Form der Entspannung und eine Art Meditation, da man keine Zeit habe, dem Alltag nachzustudieren. Ein anderer Kursteilnehmer sagt, dass man zum Fliegenfischen die Natur verstehen müsse. Die Technik gilt als natürliche und schonende Art des Fischens. Kursleiter Hebeisen erzählt, dass deshalb an den besten Fischgewässern weltweit nur mit der Technik des Fliegenfischens geangelt werden dürfe. Andere Fischgewässer besser Doch wie sieht es aus mit der Qualität des Glattparksees als Fischgewässer? Hebeisen schüttelt den Kopf. Fische habe es zwar viele, da Leute ihre Aquariumfische dort ausgesetzt hätten (siehe Kasten). Aber als richtiger Profifliegenfischer wählt er als Angelgewässer lieber die fischreichen Seen und Flüsse Irlands oder des kanadischen Yukon. Mit etwas Glück geht den Fischern am Glattparksee durchaus etwas Geniessbares an die Angel: Im maximal drei Meter tiefen Wasser des Glattparksees fühlen sich nämlich nicht nur erholungssuchende Opfiker wohl. In Schilfgürteln und unter Seerosen des Gewässers tummeln sich Jungfische. Es ist zum grössten Teil der Nachwuchs von Alet und Stichling, beides einheimische Arten. Auffälliger, aber kaum auf natürlichem Weg in den See gelangt, ist ein Schwarm grosser, hellgolden leuchtender Karpfen. Diese haben sich in den vergangenen Jahren dermassen erfolgreich vermehrt, dass sich die Opfiker Stadtverwaltung genötigt sah, grössere einheimische Räuber freizulassen. Seither halten Egli und Hechte die Karpfen in Schach. Auch das Fischen im See hat die Stadtverwaltung erlaubt, um der Karpfen Herr zu werden. (lop) Aline Widmer imitiert mit der Fliege an der Angelrute die Bewegung von Insekten und versucht so, Raubfische anzulocken. Foto: Balz Murer

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