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Anlagestiftung investiert ins Kultur-zentrum Thalwil

Avadis hat das Gebäude A gekauft. Deshalb erfolgte gestern der Spatenstich auf der ehemaligen Schiessanlage.

Von Philipp Kleiser Thalwil &endash Selten hat der offizielle Startanlass für eine Altlastensanierung eine so zahlreiche Gästeschar angelockt &endash fast 50 an der Zahl waren es. Kein Wunder: Der gestern erfolgte Spatenstich an der Schützenstrasse in Thalwil, auf dem Gelände der ehemaligen Schiessanlage, markierte auch den Beginn der Bauarbeiten für das neue Gewerbe- und Kulturzentrum. Der Thalwiler Gemeinderat, das Team der für das Projekt verantwortlich zeichnenden Gewerbe und Kultur (GuK) AG, Architekten der engagierten Archplan AG, Investoren und zukünftige Nutzer der Räume wollten sich diesen Anlass nicht entgehen lassen. Darunter war auch Bruno Schweinzer, Vertreter der Avadis-Anlagestiftung, welche das Gebäude A gekauft hat. Avadis mit Sitz in Baden ist mit einem verwalteten Vermögen von über 7,5 Milliarden Franken die grösste Anlagestiftung der Schweiz, die nicht zu einer Bank oder einer Versicherung gehört. Schweinzer, Leiter Immobilien Schweiz, lobte das spezielle Konzept, Gewerbe und Kultur unter einem Dach zu vereinen: «Die Idee hat uns fasziniert und dazu bewogen, in dieses Projekt am attraktiven Standort Thalwil einzusteigen.» Schweinzer ist überzeugt, genügend Mieter für die Räume finden zu können. Auch deshalb, weil sich manche Gewerbetreibende, Kulturschaffende oder kulturelle Institutionen kein Stockwerkeigentum leisten können. Gebäude B Mitte 2013 fertig Von einer Win-Win-Situation sprach auch Bruno Dürr, Verwaltungsratspräsident der GuK AG. Er hofft nun auf eine «zügige Realisierung» des Projekts. Bis im Sommer 2013 soll das Gebäude B im Stockwerkeigentum an die Nutzer abgegeben, das Gebäude A ein halbes Jahr später den Mietern übergeben werden. Als «historischen Moment» bezeichnete Gemeindepräsidentin Christine Burgener (CVP) den Spatenstich. Sie verwies einerseits auf den geschichtsträchtigen Platz. Während fast 200 Jahren diente das Gebiet als Schiess- und Exerzierplatz, bis zu fünf Schützenvereine sowie das Militär nutzten die Schiessanlage bis zu deren Schliessung im Jahr 2002. Burgener kam aber auch auf die lange Zeit zu sprechen, die zwischen der Vision eines Gewerbe- und Kulturzentrums auf dem Areal und dem Spatenstich vergangen ist. Zwei neue Baugesuche Tatsächlich stand das vor vier Jahren lancierte 30-Millionen-Projekt Gewerbe- und Kulturzentrum nicht immer unter einem guten Stern. Der Verkauf des Stockwerkeigentums harzte, weshalb die GuK AG vor einem Jahr über die Bücher ging, das Projekt billiger machte und anpasste, was zwei neue Baugesuche nötig machte. Auch anschliessend bestand lange ein Defizit bezüglich fix verkaufter Nutzfläche. Deshalb zog die GuK AG in Erwägung, das südlicher gelegene Gebäude A einem Investor als Ganzes zu verkaufen, was mit dem Verkauf an die Avadis geglückt ist. Weil gleichzeitig auch 75 Prozent der Nutzfläche im Haus B verkauft sind, hat man sich nun mit dem Thalwiler Gemeinderat auf den Beginn der Altlastensanierung geeinigt. 15 Tonnen Blei Diese wird nun in den nächsten vier Monaten auf dem gesamten Areal durchgeführt. Die Kosten werden mit 4,3 Millionen Franken beziffert. Geschätzte 2 Millionen Schüsse wurden während der gesamten Betriebsdauer des Schiessstandes auf den Scheibenstand abgefeuert. Dies entspricht einer Bleifracht von rund 15 Tonnen. Bei den Sanierungsarbeiten werden rund 6000 Kubikmeter bleibelastetes Material ausgehoben und entsorgt.

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