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Auf direktem Weg zur Schriftstellerei

Jungautor Lorenz Langenegger wuchs in Gattikon auf und lebt nun in Wien. Am kommenden Samstag liest er in Thalwil.

Lorenz Langenegger wurde 1980 geboren und wuchs in Gattikon auf. Er absolvierte das Grundstudium in Theater- und Politikwissenschaft in Bern. Das Studium gab er zugunsten von Arbeiten am Berner Schlachthaus-Theater auf. Seit 2004 schreibt er auftragsweise Bühnenstücke, darunter für das Junge Schauspielhaus Zürich und das Nationaltheater Mannheim. 2009 erschien sein Roman «Hier im Regen». Für das Werk erhielt er den Berner Literaturpreis und den Franz-Tumler-Preis. Seit 2009 lebt Langenegger mit seiner Freundin in Wien. (mo) Von Moritz Schenk Thalwil – Autor Lorenz Langenegger hat kein zuverlässiges Geheimrezept für das Schreiben. Mal stehe er am Morgen schlecht auf, stelle dann aber mit Erstaunen fest, dass er locker und flüssig schreiben könne. «Ein anderes Mal geht gar nichts», sagt er. Der 31-Jährige beschreibt sich selber weder als Vielschreiber noch als einer, der nur alle zwei Wochen einen kreativen Schub hat. Vielmehr arbeitet er gerne dann, wenn andere es auch tun, und dann relativ konstant. «Ich schreibe, wie andere Leute im Büro arbeiten.» Auf diese langsame, aber stetige Arbeitsweise ist vor drei Jahren sein erstes Buch «Hier im Regen» entstanden. Die Schweizer Presse und der Rundfunk lobten es. Langenegger wurde gar für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert. Mittlerweile kann Langenegger von der Schriftstellerei leben. Derzeit schreibt der 31-Jährige an seinem zweiten Roman. Daneben entstehen parallel Bühnenstücke und kürzere Texte aus seiner Feder. Für Lorenz Langenegger war es nicht von Anfang an klar, dass er Schriftsteller werden wollte. Nach der Kantonsschule studierte er zwei Jahre Politik- und Theaterwissenschaften in Bern. «Dann wurde mir irgendwann klar, dass ich lieber praktisch arbeite, als theoretisch über das Geschriebene von anderen nachzudenken», sagt er. Kein Beruf mit Garantie Sehr früh und ohne jegliche Ausbildung oder Berufserfahrung, beschloss er mit 22 Jahren, mit dem Schreiben zu beginnen. Seine Eltern unterstützten ihn bei seinen Plänen. «Momentan läuft es gut. Hoffentlich in ein bis zwei Jahren immer noch», sagt er. Reicht im Alter von 31 Jahren eine so kurzfristige Planung aus? «Ich wüsste keinen Beruf, der mir eine Garantie auf absolute Sicherheit im Leben bieten könnte», sagt er. Er schreibe inzwischen seit zehn Jahren. Das gebe ihm ein Gefühl von Sicherheit. Auch für das, was komme. Berlin: Unwichtig für Karriere Ein bisschen Schriftstellerklischee muss dann aber doch noch sein. So zieht es Lorenz Langenegger wie viele seiner Kollegen in die grossen Städte Europas. So ging er unter anderem vor einem halben Jahr auf Einladung der Schweizer Kulturstiftung Landis & Gyr für mehrere Monate in die Kulturhauptstadt des deutschsprachigen Raumes, nach Berlin. «Für die persönliche Karriere ist es nicht besonders wichtig, dort gelebt zu haben. Allenfalls lernt man einige interessante Persönlichkeiten kennen», sagt Langenegger dazu. Was ihn an Städten wie Berlin oder Wien jedoch fasziniert, sind die vielen Menschen, der Austausch und das rege Leben. «Zürich ist keine grosse Stadt, auch wenn sie an manchen Ecken so daherkommt», sagt er. Zurück in den Bezirk kommt er dennoch gern. «Ich habe hier die ersten 20 Jahre meines Lebens verbracht, das prägt.» Vor seiner Lesung im Kulturlabor Thalwil werde er wieder einmal bei seiner Familie vorbeischauen. Lesung mit Lorenz Langenegger am Samstag, 7. Januar, 10 Uhr, Kulturraum Thalwil. Lorenz Langenegger

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