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Auf Erkundungstour für das Ustermer Kulturprogramm

Angelica Leist besuchte für die Kulturgesellschaft Uster die Schweizer Künstlerbörse in Thun. Ihre Aufgabe: Neue Produktionen anschauen – und nach Uster bringen.

Von Jérôme Stern Thun/Uster – Es ist 10.30 Uhr, im Hauptsaal des Thuner Kultur- und Kongresszentrums kündigt Moderator Andrej Togni die Compagnia Spettatori an. Angelica Leist blickt kurz in ihr Programm, dann wird es dunkel. Acht Künstlerinnen und Künstler huschen auf die Bühne, starren von der Bühne auf ihre Zuschauer. Wie ein Irrenhaus auf Betriebsausflug, ohne ein einziges Wort, zeigen sie ihre Traumbilder. Voll stummer Poesie tollen sie in aberwitzigen Verrenkungen über die Bühne. Als die Lichter wieder angehen, reibt sich mancher verwundert die Augen: War das Traum oder Theater? Für Angelica Leist war es das zweite Stück, neun weitere werden heute noch folgen. Die Thuner Künstlerbörse ist ein Muss für Kulturmanager – hier zeigen Künstler ihre neuen Stücke. Vom Solo-Sprechtheater bis zur abstrakten Tanzrevue: Alles wird auf dem Gelände des Kultur- und Kongresszentrums Thun geboten. Für die 44-jährige Ustermerin ist es der erste Besuch. Seit 2010 engagiert sie sich ehrenamtlich für die Kulturgesellschaft Uster. Das Programm für 2011/12 hat sie gemeinsam mit Barbara Stengl organisiert, danach ist sie alleine für ihr Ressort verantwortlich. Hauptberuflich ist Leist Kommunikationsberaterin. Schon früh stand sie selbst auf Bühnen. «In der Pfadi gründeten wir eine Theatergruppe», erzählt sie. Später spielte sie mit dem Playback-Theater. Dort improvisierte sie mit ihren Kollegen Szenen nach Erzählungen des Publikums. Ihre Ansprüche an Programm und Künstler sind hoch: «Nur originell zu sein, reicht nicht. Eine Inszenierung muss überraschen und intelligent sein.» So möchte sie dazu beitragen, dass spannende Unterhaltung nach Uster kommt. Kontakt knüpfen, Tipps abholen Mittags auf der grossen Piazza. Es herrscht Gedränge: Prominenz, Journalisten und Zuschauer – man begrüsst sich, plaudert, tauscht Visitenkarten. Angelica Leist hat unterdessen drei Vorstellungen gesehen und mehrere Agenturen besucht. Denn auch darum geht es heute: persönliche Kontakte zu knüpfen – wer kennt wen, und welchen Geheimtipp gilt es zu entdecken? Nach weiteren sieben Stunden und vielen geglückten und einigen weniger geglückten Vorstellungen hat Angelica Leist genug gesehen. «Mit dem heutigen Tag bin ich sehr zufrieden», sagt sie strahlend, «ich hatte einige interessante Gespräche.» Bei den Agenturen hat sie sich nach Tourneeplänen erkundigt; fix gebucht hat sie nichts, zuerst möchte sie sich das ganze Stück in Ruhe anschauen. Auf der Heimfahrt im Zug blättert sie noch mal in ihrem Programm – und lässt die Vorstellungen Revue passieren.

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