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Autofahrer bedrängte Polizisten

Ein junger Autolenker fährt auf der Autobahn A 3 einem anderen Wagen zu nah auf. Darin sassen zwei Zürcher Polizeibeamte. Das kommt ihn nun teuer zu stehen.

Von Attila Szenogrady Wie das Bezirksgericht Horgen hat gestern auch das Obergericht den Autolenker verurteilt: wegen eines groben Verkehrsdelikts zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu 100 Franken und zu einer Busse von 1200 Franken. Trotz geringen Erfolgsaussichten war die Verteidigung in Berufung gegangen und hat ihren Hauptantrag auf Freispruch wiederholt. Im schlimmsten Fall sei sein Klient wegen einer einfachen Verletzung von Verkehrsregeln mit 500 Franken zu büssen, sagte der Verteidiger. Nun muss der unterlegene Verkehrssünder auch noch die Berufungskosten von 300 Franken tragen. «Wahnsinnig nahe» Passiert war das Ganze am 12. Juni 2009. Zwei Beamte der Kantonspolizei Zürich fuhren am Nachmittag in einem zivilen Personenwagen über die Autobahn A 3 von Horgen in Richtung Wädenswil. Kurz vor dem Anschlusswerk Horgen wechselte der fahrende Polizist auf die Überholspur. Plötzlich näherte sich von hinten ein Fahrzeug der Marke Subaru mit grosser Geschwindigkeit. Es kam immer näher und fuhr so dicht auf, dass der Polizist am Steuer die Stossstange und die Rücklichter des drängelnden Autos im Rückspiegel nicht mehr sehen konnte. Einer der Polizisten gab später zu Protokoll, dass der beschuldigte Lenker «wahnsinnig nahe» aufgeschlossen habe. Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis ging von einem Abstand zwischen zwei und fünf Metern aus. Bei einer Geschwindigkeit von rund 125 Kilometern pro Stunden bedeutete dies eine sehr gefährliche Distanz.Laut Anklage bedrängte der Verkehrssünder die Polizisten über einen Kilometer weit. Ein Mitfahrer des Täters soll Faxen gemacht haben, indem er den Polizeibeamten Handzeichen gab. Auf der Höhe des Werkhofs Neubühl konnte der Ordnungshüter die Spur freigeben und sich die Kontrollschilder des ungeduldigen Verkehrsteilnehmers merken. Verkehrsdelikt bestritten Beim Lenker handelt es sich um einen heute 22-jährigen Zimmermann aus der Ostschweiz. Er gab zu, gefahren zu sein. Hingegen bestritt er den Vorwurf eines groben Verkehrsdeliktes vehement. So will er zuerst in einem Abstand von 60 Metern hinter den Polizeibeamten hergefahren sein. Vor dem Bezirksgericht Horgen im letzten September gab er dann einen Abstand von bis zu 20 Metern zu. Widersprüchliche Aussagen Die Oberrichter folgten in ihrem Urteilsspruch gestern den Darstellungen der Polizeibeamten einstimmig und bestätigten das Horgner Urteil umfassend. Die Aussagen des Angeklagten stuften sie als zu widersprüchlich ein.

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