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Bald LEDs statt Sparlampen

Noch gibt es die alte Glühbirne. Aber mittelfristig wird sie durch die Energiesparlampe ersetzt. Doch auch die ist in Sachen Beleuchtung nicht der Weisheit letzter Schluss: Bald soll ihr die Leuchtdiode (LED) folgen.

Ganz klar: Die herkömmliche Glühbirne ist ein Stromfresser. Nur rund fünf Prozent der Energie strahlt sie als Licht aus. Der Rest verpufft als Wärme. Die geringe Lichtausbeute ist messbar: Eine Glühbirne bringt es auf durchschnittlich 20 Lumen pro Watt. Die Lichtausbeute der Energiesparlampe ist mit rund 70 Lumen schon weit besser. Nicht in den Müll werfen Aber die Energiesparlampe hat ein anderes Problem: Sie enthält Quecksilber – und dieses giftige Schwermetall macht sie zum Sondermüll. «Quecksilber darf auf gar keinen Fall im Hausmüll entsorgt werden», sagt Claudia Wickleder, Professorin für anorganische Chemie der Universität Siegen (D). «In einer Sparlampe stecken drei bis zehn Milligramm Quecksilber.» Aufwändige Produktion Zum Vergleich: Früher enthielt ein Fieberthermometer bis zu einem Gramm Quecksilber. Schon 100 bis 300 ausgebrannte Energiesparlampen verursachen also dieselbe Quecksilberbelastung wie eines dieser längst aus dem Handel gezogenen Fieberthermometer. Dieses Quecksilber muss gesondert entsorgt werden – was die Energiebilanz der Sparlampe verschlechtert. Claudia Wickleder: «Hinzu kommt, dass die Fabrikation von Energiesparlampen deutlich aufwändiger ist als die herkömmlicher Glühbirnen. Das kostet natürlich auch Energie.» Die Forscherin ist Expertin für Leuchtstoffe und arbeitet in lockerer Kooperation mit Osram und Siemens. Ihr Ziel ist die Entwicklung einer LED-Lampe mit möglichst angenehmer Lichttemperatur. Sie hat bereits entsprechende Leuchtstoffe entwickelt. Claudia Wickleder: «Die sind sehr schön, werden aber wegen Patentschwierigkeiten noch nicht produziert.» In Zentren eingesetzt LED-Leuchten sind noch sparsamer als Energiesparlampen: Ihre Lichtausbeute liegt bei 200 Lumen pro Watt. In grösseren Gebäuden werden LEDs denn auch schon eingesetzt. Im Einkaufszentrum Stücki, das heute in Basel eröffnet wird, sorgt eine mit 22000 LED-Lampen bestückte Deckenbeleuchtung für gute Ambiance. Die Fassade des Zentrums ist zudem mit 15 Meter hohen LED-Displays bestückt, die Schriften und Bilder darstellen können. In grossen Gebäuden wird die Farbe des Lichts mit vielen Leuchten gemischt. Im Hausgebrauch hingegen muss ein als angenehm empfundenes Licht aus einer einzigen Lampe strahlen. Damit tun sich die Leuchtstofftechniker derzeit noch schwer. Claudia Wickleder: «Ich denke aber, dass in fünf, spätestens zehn Jahren gute LED-Leuchten für den Hausgebrauch im Handel sein werden.» Das sehen die Spezialisten des Berner Energieriesen BKW FMB Energie ebenso: «Die Entwicklung von LEDs ist noch nicht für alle Anwendungen ausgereift», sagt Mediensprecher Sebastian Vogler. Die Preise seien entsprechend hoch. Deshalb mache die Sparlampe mittelfristig Sinn. «LEDs werden aber sicherlich in Zukunft in der Beleuchtung eine sehr wichtige Rolle spielen.» Thomas Kohler >

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