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Banken rüsten auf gegen die Bancomatbetrüger

Bancomatkunden im Bezirk Horgen sind von Betrügern bisher verschont geblieben: Die Banken haben erst zwei Fälle verzeichnet.

Von Philipp Kleiser und Thomas Zemp 225 Geldautomaten seien in der Schweiz zwischen Januar und April manipuliert worden, teilte das Eidgenössische Finanzministerium mit. Im gesamten letzten Jahr waren es nur 135 gewesen. Mit Hightechgeräten kopieren die Täter am Bancomaten die Daten von Bankkarten und filmen auch die Eingabe des PIN-Codes. Diese Informationen erlauben es den Betrügern, Geld von fremden Konten abzuheben. Der Fachbegriff für dieses Vorgehen lautet Skimming. Der Bezirk Horgen ist von Skimmingattacken bislang praktisch verschont geblieben. Das versichern alle befragten Bankinstitute, von den regionalen Banken bis hin zu den Grossbanken. Einzig am UBS-Bancomaten in Wädenswil kam es laut Mediensprecher Samuel Brandner zu einem Datendiebstahl, bei dem auch Kunden zu Schaden kamen. Der Vorfall ist aber bereits über ein Jahr alt. Ein weiterer Fall liegt bereits über drei Jahre zurück: Betrüger hatten Ende April 2008 den Bancomaten der Credit Suisse in Wädenswil manipuliert, wie die Medien damals berichteten. Einem Kunden wurde die Karte am Automaten eingezogen. Später stellte er fest, dass 600 Franken von seinem Konto bezogen worden waren &endash von Kenia aus. Ob weitere Kunden von der Betrügerei betroffen waren, konnte der CS-Sprecher damals nicht sagen. Dass die Zimmerbergregion kein Paradies für Skimmingbanden ist, mag Zufall sein. Fakt ist, dass die Lage der Geschäftsstelle und des Bancomaten einen Einfluss hat. «Je exponierter und je besser überwacht ein Bancomat ist, desto eher wird man von Manipulationsversuchen verschont», glaubt Oliver Jaussi, Direktor der Clientis-Sparkasse Horgen. Was also für die Kunden unangenehm ist &endash beim Geldbezug am Bancomaten «ausgestellt» zu sein &endash, kommt ihnen umgekehrt zugute. Jaussi nennt als Beispiel den Clientis-Bancomaten in Oberrieden, der sich in einem Quartier befindet. Fremde Leute würden dort sofort auffallen. Bancomaten nachrüsten Die Banken nehmen Skimming nicht auf die leichte Schulter, auch wenn es bisher noch kaum einen Fall im Bezirk gab. Kein Wunder: Kommt es zu einem Vorfall, wird es aufwendig. Die Banken müssen Teile des Bancomaten austauschen, Karten sperren und Kunden informieren. Mit verschiedenen Massnahmen versuchen sie deshalb, ihre Institutionen für Skimmingbanden unattraktiv zu machen. Die UBS hat Anfang Jahr ihre Bancomaten mit besserer Technologie ausgerüstet. Seither sei es zu keinem Manipulationsversuch mehr gekommen, sagt Mediensprecher Brandner. Auch die Migros-Bank hat laut Mediensprecher Albert Steck kürzlich neue Bancomatenmodelle installiert. Auch die Raiffeisenbank Thalwil handelt, die neben ihrer Hauptfiliale eine Zweigstelle in Adliswil unterhält. Vor drei Monaten hat sie ihre Bancomaten mit einer Antiskimmingvorrichtung aufgerüstet, die einen guten Schutz gegen Manipulation bietet. Bei der Raiffeisenbank wie bei der Migros-Bank ist das Personal angehalten, die Geräte mehrmals täglich zu kontrollieren. Die Clientis-Sparkasse Horgen hat in zwei ihrer drei Filialen die Automaten in einem mit einer Videokamera überwachten Vorraum platziert. Der Vorraum kann nur über einen Kartenleser betreten werden. Um sich vor Bancomatbetrügern zu schützen, verdeckt der Bankkunde die Tastatur am besten mit einer Hand.

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