Zum Hauptinhalt springen

Banker ertrog 5 Millionen

Ein Bankdirektor aus Uster hat eine teilbedingte Strafe von 30 Monaten kassiert. Er hatte an seinem Arbeitsplatz 5 Millionen abgezweigt.

Von Attila Szenogrady Zürich – Der Gerichtsvorsitzende Sebastian Aeppli sprach während der Urteilseröffnung am Bezirksgericht Zürich vom tiefen Fall eines ehemals angesehenen Juristen. Der heute 45-jährige, in Uster wohnhafte Familienvater arbeitete ab September 2007 als Teamleiter bei der Zürcher Bank Vontobel. Als Direktor war er für osteuropäische Anleger verantwortlich. Als besonders wichtig galt der als sogenannte Politically Exposed Person eingestufte Kunde «K», der eine Stiftung in Liechtenstein vertrat. Laut Anklage schlug der Kadermann Ende 2007 das erste Mal zu. Im Namen seines ahnungslosen Kunden «K» nahm er bei der Bank einen Kredit im Betrag von 2 Millionen Franken auf. Dabei ahmte er die Unterschrift eines Rechtsvertreters des Kunden «K» nach. Der Trick gelang. Im Sommer 2008 erhöhte der Banker den Kredit um weitere 3 Millionen Franken, die er wie schon den grössten Teil des zuvor ertrogenen Geldes mit hochspekulativen Geschäften und Geldspielen verlor. Der Mann erkannte, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis er auffliegen würde, und erstattete in der Folge Selbstanzeige. Ende des Jahres 2008 wurde er von der betrogenen Bank freigestellt. Am Mittwoch nun stand er im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens vor dem Bezirksgericht Zürich, wo er ein umfassendes Geständnis ablegte.Der Ex-Direktor führte am Prozess aus, dass er sich heute als selbstständiger Lehrer und Rechtsberater durchschlage. Dabei verdiene er monatlich einen Lohn in der Höhe von rund 5000 Franken. Die Schuldpunkte wegen Betrugs und Urkundenfälschung waren nicht umstritten. Ebenso wenig der Antrag auf eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten. 6 Monate davon soll der frühere Kadermann absitzen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung verzichteten auf ein Plädoyer. Halbgefangenschaft ermöglicht Das Gericht segnete den Urteilsvorschlag ab, wobei Präsident Aeppli festhielt, dass der Beschuldigte angesichts des hohen Deliktsbetrags mit einem blauen Auge davongekommen sei. Allerdings hätten das Geständnis und die Spielsucht für den Beschuldigten gesprochen, sagte der Richter weiter. Er fügte hinzu, dass der Ex-Kadermann die Sanktion in Halbgefangenschaft verbüssen könne. In einem weiteren Punkt des Urteils wurde der frühere Direktor verpflichtet, der Bank Vontobel den gesamten Schaden von über 5 Millionen Franken zurückzuzahlen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch